Zwei Köpfe hat die Mieze

 F 2002

La chatte à deux têtes

Independent 90 min.
6.40
film.at poster

In einem Pornokino entspinnt sich eine Liebesgeschichte zwischen der Kassiererin, einem 50-jährigen Mann und einem deutlich jüngeren Filmvorführer.

Die Kassiererin nutzt die Naivität des Vorführers, um den Älteren anzubaggern. Dieser wiederum macht mit Hilfe der Kassiererin den jungen Vorführer an. Die Kassiererin outet sich: Mit 16 war sie von zu Hause weggegangen, wurde Prostituierte und hatte eigentlich das gleiche Leben wie der 50-jährige Mann, der mit viel Humor erzählt, dass er früher einmal Schriftsteller und dann Gigolo war.

Hinter dem Titel La chatte à deux têtes («Die Muschi mit den zwei Köpfen») verbirgt sich einer jener französischen Pornofilme, die noch auf Zelluloid gedreht wurden und in den entsprechenden Kinos die Säle füllten. Jacques Nolot setzt die Zuschauer in Szene, die gesichts- und namenlos, mit oder ohne Grund, jeden Tag in dieses Kino kommen. Kein einziges Mal verlässt der Film diesen dunklen, schmierigen Saal, sondern bleibt weit weg von der Realität, um so besser zu erfassen, was in diesem Dunkel passiert. Wer hierher kommt, sucht einen bestimmten Genuss: schnellen Sex und Masturbieren. Hier wird verstohlen beobachtet, man hat nichts zu tun, und es herrschen eigene Regeln. Es ist gar nicht so lange her, dass diese Pornokinos noch existierten; die letzten wurden Anfang der 90er geschlossen. Die Darstellung hat nichts mit einer Porno-Nostalgie wie in Paul Thomas Andersons Boogie Nights zu tun. Jacques Nolots Mikrokosmos ist eher das Underground-Pendant des von Claude Sautet gefilmten Kneipenmilieus. Man betritt einen engen, von der Kamera klar kartografierten Raum: dunkle Ecken, die Kasse usw. Hier, an diesem ehemals öffentlichen Ort, der inzwischen durch Einzelkabinen, Sexshops und andere Attraktionen ersetzt wurde, kreuzen sich lauter einsame Leben, die dennoch nichts miteinander zu tun haben. Bittersüß ist der Geschmack, den Nolots Film hinterlässt. (Julien Welter)

Mit seinem Film wurde Nolot im Rahmen des Valencia Film Festivals und dem Torino Film Festival sowie dem L.A. Outfest - letztere sind als schwul-lesbische Festivals bekannt- ausgezeichnet.

Details

Jacques Nolot, Sébastien Viala, Vittoria Scognamiglio, Lionel Goldstein, Frédéric Longbois, u.a.
Jacques Nolot
Nino
Germain Desmoulins
Jacques Nolot
Mercure Distribution 27 rue de la Butte aux Cailles 75013 Paris, Frankreich T 1 44 16 89 20 infos@mercure-distribution.fr

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