La Colère des Dieux

 Burkina Faso 2003
Independent 90 min.
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Als Mitte des 19. Jahrhunderts der Kaiser von Obervolta (heute Burkina Faso) stirbt, reißt sein Sohn Tanga die Macht gewaltsam an sich. Während seiner Herrschaft wird das Blut in Strömen fließen und nicht einmal die Familie der Königin verschont bleiben. Ihren Sohn Salam, der in Wahrheit im Ehebruch gezeugt wurde, will Tanga ebenfalls eliminieren. Doch Salam wird von seinem Großonkel Aliaré vor dem Komplott gewarnt und beginnt einen Kampf auf Leben und Tod gegen Tanga Der Zorn der Götter bricht los. So der Inhalt eines Projekts, das Idrissa Ouédraogo zehn Jahre lang umzusetzen versuchte, ohne eine Finanzierung dafür zu finden: das Epos eines Helden der Burkiner Geschichte. Boukari Koutou (genannt Ouobgho [Wobgo]), der Bruder Naba Sanems, weigerte sich 1891, das Abkommen des französischen Militäroffiziers Louis-Gustave Binger zu unterzeichnen und führte bis 1898 einen Guerillakrieg gegen die Franzosen. Die Realisierung des Projekts hätte große Geldmengen, Statisten, Kostüme, etc. erforderlich gemacht, mit La Colère des dieux verzichtet Idrissa Ouédraogo auf das Monumentalthema zugunsten einer intimistischen Auseinandersetzung im Rahmen seiner Mittel. Von den Franzosen sehen wir also nur am Ende des Films eine Hand, hören wir gerade einmal ein Wort. Filmthema ist nicht der Widerstand, sondern die Gründe für sein Scheitern. Das Scheitern der Kämpfenden, aber auch das Scheitern Afrikas angesichts des Eindringlings, das Scheitern Afrikas in der Welt von heute. Idrissa Ouédraogo ist davon überzeugt, dass die inneren Spaltungen und Machtkämpfe den Widerstand der Afrikaner unterminiert haben, und dass das heute immer noch der Fall ist. In einer Kultur, in der in erster Linie natürlich damals, in ungebildeteren Kreisen jedoch auch noch heute, der Glaube herrscht, die Zukunft der Menschen würde von Göttern bestimmt werden, die die Schutz Flehenden mit zahllosen Amuletten und gri-gris ritualisieren, liefert diese Einstellung zu höheren Mächten eine Erklärung. Die selbstmörderischen Machtkämpfe mussten einfach den Zorn der Götter auslösen. Übernatürliche Phänomene prägen folglich den Film, in dem sich die Legende vor dem Hintergrund eines sehr menschlichen Beziehungsgeflechts aus Liebe und Gewalt entspinnt. Aus ihnen schöpft die Erzählung ihre Kraft, und das unaufhörliche Wechselspiel zwischen diesen beiden Ebenen macht zu einem nicht geringen Teil den Reiz des Films aus. (Olivier Barlet)

Details

Barou Oumar Ouédraogo, Rasmané Ouédraogo, Inna Cissé, Rokiétou Ouédraogo, Nouss Nabil
Idrissa Ouédraogo
Manu Dibango
Abraham Haile Biru
Idrissa Ouédraogo

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