La Traversée

Frankreich, 2001

Independent

Ein kleiner Junge, Stéphane, erzählt seine Geschichte: die eines Kindes, das von seinem Vater nur «Namen, Geburtsdatum, Größe und Beruf - Soldat» kennt. Ein amerikanischer Soldat, der Ende der 60er Jahre in Frankreich stationiert war, eine kurze Affäre mit einer jungen Frau aus Orléans hatte und in seine Heimat zurückkehrte, ohne von ihrer Schwangerschaft zu wissen. Melodrama? Ja. Es war einmal ein zweiter Junge, Sébastien Lifshitz, der dieselbe Geschichte erzählt, indem er seinen Gefährten Stéphane filmt. Dokumentation? Ja, auch das. Darüber, was lange Zeit Stéphanes Abenteuer im Kopf war - Amerika - und zum richtigen Abenteuer wird. Abreise, Flughafen, die Suche nach diesem Mr. Rhea, der vielleicht schon tot, vielleicht unauffindbar, vielleicht unsympathisch ist. Sébastien begleitet Stéphane.Als offene liebevolle filmische Machination ohne Exhibitionismus kann der Film mit Leichtigkeit verschiedene Stimmungen vereinen. Er beginnt als Tagebuch, Chronik und Liebeserklärung, wird um neue Genres reicher, zusätzliche und unterschiedliche Nuancen: ödipale Fabel, Initiationsritus, Reisefilm, Road Movie. Die beiden jungen Männer kommen in New York an, beginnen ihre Suche, fahren weiter nach Washington. Wir sind mitten in einem Kriminalfilm, aus dem, wenn sie in den tiefen Süden aufbrechen, Western, Komödie, poetischer Spaziergang durch die große amerikanische Weite, Buddy Movie und Meditation über die Bande von Blut und Boden wird.Der Rhythmus des Films, seine Gesamtkomposition, die Distanz, die er zwischen Kamera und Körpern, Kamera und Landschaft herstellt, erfüllen diesen Streifzug durch öde Gegenden und schäbige, menschenleere Flecken mit wachsender Intensität und unendlichem Charme. Alles kann passieren, das macht den wahren Zauber von La Traversée aus; der Film kann realistische Dokumentation sein oder Fiktion, Stéphane kann diesen gesichtslosen Vater finden oder nicht; der, den er findet, kann die Wahrheit über die Vergangenheit sagen oder nicht. (Jean-Michel Frodon)

  • Schauspieler:Stéphane Bouquet

  • Regie:Sébastien Lifshitz

  • Kamera:Pascal Poucet

  • Autor:Sébastien Lifshitz, Stéphane Bouquet

  • Musik:Yolande Decarsin, Dominique Hennequin

  • Verleih:PLAYTIME

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