Les enfants de l'amour

B, 2002

Independent

Ein ganz normaler Freitag in einer ganz normalen belgischen Stadt: Nathalie, zwei Mal geschieden, und ihre drei Kinder, Michael (12), Winnie (9) und Aurelie (5), bereiten sich auf das Wochenende vor, das die Kinder bei ihren jeweiligen Vätern verbringen werden. Damit verbunden sind die üblichen Rituale von Abschied und Abholung, Misstrauen und Verdächtigungen, Belohnung und Strafe. Für Michael ist sein Vater Olivier ein Held, für seine Schwester Winnie ist es der Stiefvater Renaud, der wiederum der Vater von Aurelie ist. Viel Zeit haben die Kinder nicht mit ihren Vätern, denn am Sonntag Abend findet der Rücktransport statt. Scheidungen sind heute eine akzeptierte soziale Gegebenheit, und dennoch lassen sie normalerweise schwer heilende Wunden zurück. Hauptzeugen und Hauptopfer der Scheidung sind die Kinder. Die Trennung der Eltern ist ein schmerzliches Erlebnis für jedes Kind, selbst wenn man die gegenseitigen Anschuldigungen, den Rechtsstreit um das Sorgerecht und das emotionale Tauziehen um die Zuneigung des Kindes außer Acht lässt. Das Kind ist verwirrt und emtional zerrissen. Es soll eine Wahl treffen, die es nicht treffen kann. Die Eltern bleiben Mama und Papa; sie haben Tugenden und Laster, aber trotzdem liebt ein Kind sie bedingungslos. Nach langen und intensiven Recherchen hatten wir endlich eine Familie gefunden, die diese Zerreißprobe sehr deutlich widerspiegelte. Diese Familie hatte sehr gelitten, und trotz aller guten Vorsätze der Eltern wurde die Angelegenheit zu einem Martyrium für alle Beteiligten. Leider entschlossen sich die Leute im letzten Moment, ihre Bereitschaft, an dem Film mitzuwirken, zu widerrufen. Nach diesem Fehlschlag hatten wir zwar eine Menge wahrer Geschichten und Statements, aber keine Protagonisten. In dieser verzweifelten Situation beschlossen wir, dieses Material als Basis für einen Spielfilm zu nehmen, für ein dramatisches Porträt von Kindern als Opfer von Scheidungen und für einen Appell, ihrem Schmerz mehr Aufmerksamkeit zu widmen. (Geoffrey Enthoven)

  • Regie:Geoffrey Enthoven

  • Kamera:Gerd Schelfhout

  • Autor:Geoffrey Enthoven

  • Musik:Louis Devos

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