Los Muertos

 Argentinien 2004
Drama 07.01.2005 78 min.
6.70
Los Muertos

Nach über 30-jähriger Haft wird Vargas in der argentinischen Provinz Corrientes aus dem Gefängnis entlassen und kehrt in die abgelegenen Sümpfe seiner Heimat zurück, um seine erwachsene Schwester wieder zu finden.

Nach jahrzehntelanger Haft für den Mord an seinen beiden Brüdern taumelt ein schweigsamer, rätselhafter Mann in die Freiheit, durchquert die Landstriche seiner Heimat, immer weiter in den abweisenden Regenwald hinein, auf der Suche nach seiner Tochter. Wie es dem Regisseur gelingt, aus einem nahezu Nichts an Handlung, aus der sprachlosen Reise eines verschlossenen Revenants, ein Maximum an Aufmerksamkeit, Spannung und Mitgefühl zu suggerieren, gehört zu dem großen, unerklärlichen Geheimnis dieses hypnotischen, außergewöhnlichen Films.

Die Kamera schweift an der Unterseite der Baumkronen entlang. Viel Licht fällt nicht durch das Blattwerk. Es flirrt in dem Maße, wie sich die Äste und das Laub im Wind bewegen. Bald wechselt die Kamera den Standpunkt, indem sie den Boden fokussiert und durch das Unterholz streift wie ein Hund auf Spurensuche. Sie fährt an einem ersten bewegungslosen Körper vorbei, wenig später an einem zweiten. Dann streift sie die Beine eines anderen, Stehenden, eine Machete rückt ins Bild. Wieder wechselt die Kamera die Blickrichtung, indem sie von unten nach oben schaut, den Blättern und dem Himmel entgegen. Allmählich löst sich das Bild in giftiges Grün auf. Bis zum Schnitt vergeht eine Weile. Das Bild bleibt währenddessen monochrom.

Unter seiner nüchternen Oberfläche birgt Los muertos eine existenzielle Dimension. Nachdem sich das Blätterwerk in Grün aufgelöst hat, folgt der Film einem Mann, der aus dem Gefängnis entlassen wird. Mit einem Kanu fährt er flussaufwärts in immer entlegenere Gebiete, bis er am Haus seiner Tochter ankommt, ohne ihr jedoch zu begegnen. Indem Lisandro Alonso alle Konnotationen des Flussfahrtmotivs ausschöpft die Ursprungssuche, den Selbstverlust und den Aufbruch ins Totenreich , verleiht er seinem Film die schillernde Qualität großen Kinos. (Cristina Nord)

(Text: Viennale 2004)

Preis der Internationalen Filmkritik (FIPRESCI-Preis), VIENNALE 04
Publikumspreis der Standard-Leserjury, VIENNALE 04

Details

Argentino Vargas
Lisandro Alonso
Flor Maleva
Cobi Migliora
Lisandro Alonso

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken


  • Ich habe vor 8 Jahren den Film "Die schweigende Zunge" gesehen und seitdem war das für mich der schlimmste dümmste und langweiligste je gesehen Film. Die Zeitrechnung hat neu begonnen. Gegen "Los Muertos" ist "Die Schweigende Zunge" ein (positiver) Meilenstein der Filmgeschichte. Hat sich den Film eigentlich irgendjemand von den Programmverantwortlichen der diversen Kinos in denen er gespielt wird vorher angesehen?????????? Kaum vorstellbar!!!!!!!!!!! Der Film ist jedenfalls an Langeweile nicht zu überbieten und nach 5 Minuten hat man auch alle lanschaftlichen Besonderheiten gesehen. Eine Katastrophe!!!!!!!!!

  • Una puta mierda de peli!!!!!!!
    Ich versteh nicht wie so einen Film überhaupt ins Kino bringen kann. Ich bin mir schon ziemlich verarscht vorgekommen.

  • muertos
    Ich denke nach, weil ich während dem Nichts, das dieser Film ist, über vieles nachdenken kann. Nein, ich kann mich an keinen schlechteren Film erinnern. Es verlangt schon ein wahnsinniges Ego und eine enorme Einbildung in das eigene Genie, um ein Werk von so einer Verachtung für sein Publikum zu machen. ¿ Ein Mann wird aus dem Gefängsnis entlassen, er reist mit dem Auto und mit dem Boot, er sitzt, er isst, er betätigt sich sexuell, er tötet einen Ziegenbock und nimmt ihn aus (in einer 5-minütigen, ungefälschten Sequenz), er gelangt zu einem Kind, dessen Mutter der Mann kannte, dann eine symbolträchtige, lange, letzte Einstellung und der Film ist vorbei. Im anschließenden Gespräch mit dem Regisseur wurde klar, dass dieser keine Ahnung hat, was er mit dem Film sagen will. Er überlässt alles dem Zuschauer. Man könnte auch auf eine Tapete schauen oder auf den Bus warten.

    Festival Diary auf www.dc-upgrade.biz/filmreviews

    Re:muertos
    Ich kann mich dieser Kritik nur anschließen. Auf die Tapete schauen, das kommte hin. Auf den Bus warten bringt sicher mehr Erkenntnisse, Einsichten und Erfahrungen als dieser Film. Er ist einfach nichts. Er ist nicht einmal langweilig. Er ist nicht einmal verstörend (nein, das kriegt auch der Ziegenbock nicht hin.) Er hinterlässt nichts. Er ist gar nichts. Bevor sie diesen Film zeigen, spielen sie doch bitte einfach wieder "Clean". Danke.