Medurat Hashevet (Campfire)

Israel, 2004

Drama

Min.95

Jerusalem, Anfang der 1980er Jahre. Die junge Witwe Rachel Gerlik will nach dem Tod ihres Mannes einen Neuanfang versuchen und beschließt, sich in der Siedlerbewegung der West Bank zu engagieren. Ihre beiden halbwüchsigen Töchter sind von der Idee wenig begeistert, und die verlogenen Anforderungen des Siedlerkomitees ermutigen Rachel auch nicht. Schließlich wird die jüngere der Töchter bei einem Ausflug der Pioniere vergewaltigt und dann der Lüge bezichtigt. «Es kann schön sein», sagt Joseph Cedar, «sich am Feuer des eigenen Stammes zu wärmen. Aber man kann sich dabei auch verbrennen.» Joseph Cedar hat einfühlsam die typische Lebenssituation allein lebender Frauen beschrieben, die sich in einer Männergesellschaft Raum schaffen müssen. Er beschreibt ganz alltägliche Frauen, deren Wünsche und Hoffnungen nicht hochfliegend sind, sondern bescheiden und realistisch. In diesem Film sind die Männer die Macher und die Gewaltbereiten. Die Frauen aber treffen in aller Stille die Entscheidungen. (Gudrun Wilhelmy)

(Text: Viennale 2004)

  • Regie:Joseph Cedar

  • Kamera:Ofer Inov

  • Autor:Joseph Cedar

  • Musik:Ofer Shalchin

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