Molly's Way

 D 2005
Drama 84 min.
film.at poster

Die junge Frau aus dem katholischen Irland findet im katholischen Polen Menschen, die an nichts mehr glauben.

Emily Atefs Langfilmdebüt ist ein "verkehrtes" Märchen, das sich mit traumwandlerischer Sicherheit durch eine europäische Realität bewegt. Auf der Suche nach Marcin, mit dem Molly eine einzige Nacht verbracht hat und von dem sie nur weiß, dass er hier lebt und im Kohlegeschäft arbeitet, kommt sie aus Irland in ein kleines polnisches Dorf. Aber die Kohlewerke sind aufgegebene Geisterstädte und in der leeren Landschaft zwischen den Siedlungen wird nur in schnellen Aktionen illegal Kohle abgebaut.

Details

Mairead McKinley, Ute Gerlach, Geno Lechner, Miroslaw Baka, Robert Gonera u.a.
Emily Atef
Emily Atef

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Ohne Vater
    Emily Atef (selbst kurzer Auftritt als Mutter mit Baby) hat ein beachtenswertes Regiedebüt abgeliefert. Die zentrale Rolle ist dem unglaublichen Naturtalent Mairead McKinley auf den Leib geschrieben. Die trägt den Film mit seiner ganzen trübsinnigen Hoffnungslosigkeit. In ihrem Gesicht spiegeln sich aber neben Hilflosigkeit und Traurigkeit auch Kraft und Sturheit. Und alles wird überwölbt von ihrer riesengroßen menschlichen Wärme, die sie erst am Ende - als sie ihren ’Weg’ gefunden hat - teilweise von ihrer Umgebung zurückbekommt. Dieser Film darf nicht synchronisiert werden, denn nur so versteht man das Sprachproblem bei Mollys Suche. Sie als Irin sucht Marcin, den Vater ihres Kindes in Polen, spricht aber kein Polnisch. Ein weiterer Aspekt, der für den Film spricht ist die Diskrepanz zwischen Mollys Realität in Polen und dem, was sie ihren Eltern auf Postkarten darüber berichtet. Die Lösung, die Molly findet, kommt zwar etwas überraschend, ist aber durchaus überzeugend.
    Ein kleiner Film, Geheimtipp auf manchen Festivals und zu Recht vielfach preisgekrönt.