Moloch

1999

Drama

Mit Moloch begann die russische Regie-Ikone Alexander Sokurov 1999 seine mittlerweile legendäre Kino-Tetralogie über die Macht und das Böse.

Min.108

Der Film, eine hochkomplexe Reflexion über ein hochsensibles Thema, handelt von der Beziehung zwischen Adolf Hitler und seiner Geliebten Eva Braun. Er zeigt, wie erschreckend banal und absurd ein zur Erholung gedachter Tag im Leben eines der am meisten gefürchteten Männer des 20. Jahrhunderts ausgesehen haben könnte. Der Schauplatz ist Hitlers Berghof in Berchtesgaden kurz vor dem Kampf um Stalingrad 1942. Eva Braun lebt dort, Hitler kommt mit Joseph Goebbels und dessen Frau Magda, seiner devoten rechten Hand Martin Bormann und einem Priester auf Besuch. Man sieht "Adi" den Führer menscheln, bei Gesprächen am Esstisch - über militärische Triumphe genauso wie über Gesundheit -, bei Bergwanderungen und sogar im intimen Umgang mit Eva Braun. Der Schwerpunkt des Filmes ist dabei ganz sicher nicht auf historische Korrektheit gerichtet. Vielmehr handelt es sich um eine psychologische Studie, mit der Sokurov das hohle Pathos der Macht zu entlarven und den Personenkult um Hitler und Co zu demontieren versucht. Das ist ihm vortrefflich gelungen. Fest steht: Wohlverdienten Urlaub vom Wahnsinn des Tausendjährigen Reich gibt es keinen.

IMDb: 6.8

  • Schauspieler:Elena Rufanova, Leonid Mozgovoy, Irina Sokolova

  • Regie:Aleksandr Sokurov

  • Kamera:Aleksey Fyodorov, Anatoli Rodionov

  • Autor:Yuri Arabov, Marina Koreneva

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