Momma's Man

 USA 2008
Tragikomödie 07.08.2009 94 min.
6.10
Momma's Man

Der kleine amerikanische Film über einen jungen Mann, der seine Eltern besucht und langsam wieder zum Kind und Muttersöhnchen regrediert, war der große Überraschungserfolg der Viennale '08.

Mikey ist ein gehemmter, bubenhafter Mann in den Dreißigern. Eines Tages lässt er für eine berufliche Reise nach New York seine Frau und sein Kind in Kalifornien zurück und besucht in Manhattan jene Wohnung, in der er aufgewachsen ist. Als er seine Arbeit erledigt hat und es Zeit wäre, nach Hause zurückzukehren, fühlt sich Mikey veranlasst, genau das nicht zu tun: Er ignoriert die verzweifelten Anrufe seiner Frau, hängt stattdessen wie ein Teenager im Loft rum und trifft einige seiner alten Freunde - zur wachsenden Besorgnis seiner liebevollen und hilfreichen Eltern. Als Hommage an das einzigartige Zuhause seiner Kindheit konzipiert, hat Regisseur Azazel Jacobs zudem die Rollen von Mikeys Eltern mit seinen eigenen besetzt; und so sind in Momma's Man sein Vater Ken Jacobs, anerkannter Experimentalfilmemacher, und seine Mutter Flo, eine Malerin, zu sehen. Ob man als Zuschauer das nun weiß oder nicht, spielt aber gar keine so große Rolle, denn auch so vermittelt der Film eine persönliche, intime Atmosphäre und funktioniert als liebevolle Reflexion über das endgültige Erwachsenwerden. (Michael Tully) Momma's Man, das Porträt eines jungen Mannes, der absolut nichts mit sich anzufangen weiß, ist eine Reverenz an die Bohème von New Yorks Stadtteil Tribeca und an Azazel Jacobs Eltern. Der Film wurde größtenteils im tatsächlichen Innenstadt-Loft des Ehepaars gedreht, eine Art Wunderland, gerammelt voll mit Büchern und allen möglichen Kino-Erinnerungen. Momma's Man vereint dabei eine unabhängige, fiktive Erzählkunst mit dem persönlichen Ausdruck der Avantgarde auf wunderbare Weise zu erstaunlich emotionaler und strukturierter Komplexität. So sieht definitives Independent-Kino aus. (Manohla Dargis)

(Text: Viennale 2008)

Details

Matt Boren, Flo Jacobs, Ken Jacobs, Dana Varon, Richard Edson, Nan Arcilesci, Eleanor Hutchins, Piero Arcilesi
Azazel Jacobs
Mandy Hoffman
Tobias Datum
Azazel Jacobs
Stadtkino Wien

Kritiken

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User Kritiken


  • Gedacht als Hommage an die eigene Kindheit des Regisseurs, besetzt mit seinen eigenen Eltern!

    Klingt so, als könnten sich viele zum Teil vielleicht wiedererkennen (und sich dabei über sich selbst und diese Lebensphase amüsieren) - sowohl die, die nicht mehr im "Hotel Mama" logieren, als auch die anderen...