Napoleon

 F 1927

Napoléon

Stummfilm, Avantgarde, Biografie 222 min.
7.40
Napoleon

Von der Schulzeit in der Militärakademie 1781 über seinen Aufenthalt in Paris während der französischen Revolution, seiner Flucht aus Korsika und dem Untergang der Girondisten in der Nationalversammlung bis zum Italienfeldzug 1796 wird der Lebensweg Napoléons in faszinierenden Bildern geschildert: Er wird als Übermensch gezeigt, überlebensgroß und von der Vorsehung zum Retter des Volkes bestimmt. Was der Inhalt vermissen lässt, ein differenziertes und unpathetisches Bild des Menschen Napoléon, das wiegt die Gestaltung auf. Abel Gance schaffte das Kunststück, fast alle technischen Neuerungen der kommenden Jahrzehnte in seinem Film vorwegzunehmen. Er plante ein Mammut-Projekt, zu dem Napoléon nur eine Einleitung darstellte. Diese war in der Urfassung bereits neun Stunden lang. Für die Uraufführung wurden zwei Drittel des Filmes verworfen und der verbleibende Rest dann nochmals zur kommerziellen Verwertung auf zwei Stunden zusammengeschnitten. Das Publikum wird von Gance bewusst einbezogen: Mittel dazu ist vor allem die Kamera. Sie wird getragen, geworfen, um die eigene Achse geschleudert; man spürt den Atem des Sängers, dem Gance die Kamera umschnallte, während er die Marseillaise sang, man fliegt mit der Kamera wie ein Schneeball durch die Luft, man sieht die Welt plötzlich aus ungeahnten und faszinierenden Perspektiven. Dazu experimentierte Gance mit drei Leinwänden nebeneinander. Nicht zuletzt war es die suggestive Kraft der Bilder selbst und der ihnen inne wohnende Rhythmus, der noch heute überwältigend und revolutionär wirkt. (Dieter Krusche)

Details

Albert Dieudonné (Napoléon), Wladimir Roudenko (Napoléon als Kind), Gina Manès (Josephine de Beauharnais), Nicolas Koline (Tristan Fleuri), Annabella (Violine Fleuri), Edmond van Daële (Robespierre), Alexandre Koubitzky (Danton), Antonin Artaud (Marat), Abel Gance (Saint-Just), Max Maxudian (Barras), Philippe Hériat (Salicetti), Acho Chatakouny (Pozzo di Borgo), Eugénie Buffet (Laetizia Bonaparte), Yvette Dieudonné (Elisa Bonaparte), Georges Lampin (Joseph Bonaparte), Sylvio Cavicchia (Lucien Bonaparte), Louis Sance (Louis XVI.), Suzanne Bianchetti (Marie-Antoinette), Pierre Batcheff (Hoche), Philippe Rolla (Masséna), Alexandre Bernard (Dugommier), W. Percy Day (Admiral Hood)
Abel Gance
Arthur Honegger (Originalscore von 1927)
Jules Kruger, Léonce-Henry Burel, Roger Hubert
Abel Gance
Films Distribution 6 rue de lEcole de Médecine 75006 Paris, Frankreich T 1 53 10 33 99 info@filmsdistribution.fr

Kritiken

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User Kritiken

  • Viennal Part 4:
    mal was anderes, Stummfilm mit eigens neuüberarbeiter Live Filmmusik - und die hatte es in sich ! Zu zweit spielten sie fast 150 minuten lang ohne Pause - und es passte timing mässig wirklich gut dazu ! Toll. Alleine deshalb hatte sich der Besuch schob ausgezahlt. Der Film, bzw. der Auschnitt des Filmes (das Orginal dauert ja viele weitere Stunden - typisch für die Stummfilme der damaligen Zeit), ist gemessen an der Zeit (1927) ein Blockbuster. Ein Wahnsinnsaufwand ! Alleine die Schlacht am Ende !
    Aufgrund der gekürzten Fassung ist es natürlich schwer eine Meinung zu fassen, geschweigedenn ihn mit anderen Stummfilmen zu vergleichen.
    Dennoch, und auch trotz gewisser langatmiger Momente, ist es einer jeder Stummfilm Spektakel die es wert sind mal gesehen zu werden- sei es auch aus reiner cineastischer Neugierde.