nebel

Luxemburg, Deutschland, Österreich, 2000

Independent

Matthias Müllers Verfilmung der "gedichte an die kindheit" von Ernst Jandl.

Am Strand spielen Kinder, vom Himmel fällt ein Haus. Bücher zerfallen in Zeitlupe, ein alter Mann geht hinter den Kratzern alten Filmmaterials über die Straße - und über allem liegt der Schleier der Vergangenheit, ein Nebel, der, von hinten gelesen, zum Leben wird. Matthias Müllers Verfilmung der "gedichte an die kindheit" von Ernst Jandl ist eine entrückende Reise durch Sprach- und Bilderwelten, die metaphorisch und konkret zugleich sind.
Ernst Jandls gedichte an die kindheit
sind in einer Sprache verfasst, die der Autor «verkindlicht»
nennt; sie enthält Stilbrüche, Fehlerhaftes und Banales,
auch Anklänge an Kinderreime und -gebete. Es geht ihm nicht um
eine Parodie der reduzierten sprachlichen Ausdrucksmittel des Kindes,
sondern um die Evokation kindlicher Erlebnisweisen aus der Position
des alternden Mannes heraus - um eine Bewahrung der Kindheit. (Chris
Hirte).

Müller geht mit Jandls Worten um, wie er mit «historisch
bedeutenden», «großen» Spielfilmbildern umgeht.
Er behandelt sie wie einen Ball, der ihm zugespielt wird, mit dem
er sein Spiel spielt, um ihn dann weiterzupassen an das Kinopublikum.
Er montiert Hollywood-Bilder, Bilder des Weimarer Kinos und Amateurfilme
aus seiner eigenen Kindheit. nebel zeigt nicht, was Jandl sagt,
sondern was Jandls Worte in Müller auslösen. Keine ergebene
Verfilmung, sondern wirkliche Zusammenarbeit zwischen Filmemacher
und Schreiber. (Michael Girke)


Länge: 12 min

  • Regie:Matthias Müller

  • Musik:Claus van Bebber

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