Filmfestspiele Venedig 2026: Wer hat gewonnen?

Eine Frau mit ernstem Blick sitzt in einem dunklen Raum an einem gedeckten Esstisch.
Die dänische Regisseurin May el-Toukhy wurde für ein Historiendrama mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet

Die dänisch-ägyptische Regisseurin May el-Toukhy ist am 12. September 2026 für ihren Film „Woman Unknown“ mit dem Goldenen Löwen des Filmfestivals Venedig ausgezeichnet worden. Zudem gewann die Hauptdarstellerin des Films, Mathilde Arcel, den Preis als beste Schauspielerin. Der Große Preis der Jury, ging an „Possible Love“ von Lee Chang-dong. Der Dokumentarfilm „NAZA“ von Yuval Abraham und Rachel Szor über die israelischen Luftangriffe im Gazastreifen gewann den Spezialpreis der Jury.

Das gab die Jury am Samstagabend bekannt. El-Toukhy nahm den Hauptpreis des renommierten Festivals am Lido am Samstagabend entgegen. May el-Toukhy ist Tochter einer dänischen Mutter und eines ägyptischen Vaters und wuchs nach eigenen Angaben zweisprachig und zwischen diesen beiden Kulturen im Großraum Kopenhagen auf.

Kritik an geringem Frauenanteil

Die 49-Jährige ist die erst achte Frau, die in der Geschichte der Filmfestspiele den Goldenen Löwen gewonnen hat. Im diesjährigen Wettbewerb waren von 21 Filmen nur zwei von Frauen, was die Jury-Präsidentin Maggie Gyllenhaal als strukturelles Problem beschrieben hatte.

Es gibt ein systemisches Problem", sagte die US-Schauspielerin und Filmemacherin bei der Pressekonferenz zur Eröffnung des Festivals. Es sei für Frauen "viel schwieriger", eine Finanzierung für ihre Filme zu bekommen. "Woman Unknown" war anfangs der einzige Film einer Frau unter den zunächst 20 Wettbewerbsfilmen. Die nachträgliche Aufnahme der Gaza-Dokumentation "Naza" verbesserte das Geschlechterverhältnis nur geringfügig.

Das Historiendrama "Woman Unknown" erzählt von der jungen Dänin Marie, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg vor der Hochzeit mit ihrem wohlhabenden Arbeitgeber steht. Ihr greifbar naher gesellschaftlicher Aufstieg wird jedoch durch ein Geheimnis bedroht: Während der Besatzungszeit hatte sie eine Affäre mit einem deutschen Soldaten. In der von Rache geprägten Nachkriegszeit setzt sie nun alles aufs Spiel, um ihre mühsam aufgebaute Existenz vor der Entlarvung zu schützen.

John Malkovich als bester Schauspieler geehrt

Der US-Amerikaner John Malkovich wurde als bester Schauspieler für den Film „Wild Horse Nine“ ausgezeichnet. Der aus Russland stammende Ilja Chrschanowski, der heute unter anderem in Berlin lebt, bekam für „Dau“ den Preis für die beste Regie. Für das beste Drehbuch wurde Regisseur und Drehbuchautor Stéphane Brizé für „Un bon petit soldat“ geehrt, gemeinsam mit Coralie Amédéo und Olivier Gorce.

Die 83. Filmfestspiele Venedig, die am 2. September begonnen hatten, zählen neben den Filmfestspielen in Cannes zu den bedeutendsten der Welt.