Der Zauberer - filmisch personfiziert durch Gandalf, dem Weissen, aus der Herr der Ringe-Trilogie - kümmert sich bei Marketagent.com auch um Marken-Zuordnungen. (c: warner bros.)
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04/10/2021

Sowjetische "Herr der Ringe"-Version wird zum YouTube-Hit

Das russische Fernsehen hat eine vor 30 Jahren ausgestrahlte und verloren geglaubte Verfilmung von "Herr der Ringe" veröffentlicht.

Bei Youtube hatte allein der erste von zwei Teilen des Films "Chraniteli" (Deutsch: "Beschützer") am Samstag bereits mehr als 1,6 Millionen Aufrufe. Die am 13. und 14. April 1991 nur einmal damals im sowjetischen Fernsehen gezeigte Fassung wurde im März wieder gefunden und digitalisiert.

Das teilte der TV-Sender Pjaty Kanal (Kanal 5) in St. Petersburg mit. Der Sender fand das zu Sowjetzeiten mit sehr wenig Geld von Liebhabern in den Leningrader Fernsehstudios produzierte Telespektakel in seinen Archiven auf einer Filmrolle wieder.

Der TV-Kanal bezeichnete den Fund als "Weltsensation", weil es sich um die erste Fernsehverfilmung des Klassikers hanele. Zu sehen ist "Chraniteli" aber bisher nur auf Russisch – ohne englische Untertitel. Anders als bei der berühmten Kinotrilogie von Peter Jackson blieb es damals auch nur beim ersten Teil der Saga.

Lob und Kritik von Fans

Die Autorin und Regisseurin der sowjetischen Fassung, Natalia Serebrjakowa, sagte russischen Medien zufolge, dass sie bereit sei, eine Fortsetzung zu drehen. Damals fand sie in Leningrader Theatern die Schauspieler, Kulissen und Kostüme für das weitgehend ohne Spezialeffekte, aber mit sichtlich großem Spaß verwirklichte Projekt. Andrej Romanow von der Rockgruppe Aquarium komponierte damals die Filmmusik und führte als Erzähler durch die Geschichte.

"Wir haben das damals mit großem Enthusiasmus gespielt", sagte der Schauspieler Waleri Djatschenko, der den Helden Frodo verkörperte, der Zeitung "Iswestija". Die Bedingungen seien sehr einfach gewesen. "Es gab nur vier Pferde, die zweimal gezeigt wurden, damit es wie acht Pferde aussieht", erzählte der Darsteller.

Die Reaktionen auf den seit vor zwei Wochen online abrufbaren Zweiteiler sind unterschiedlich. Einige ZuschauerInnen lobten das Telespektakel als lustigen und "kultigen Trash", der näher am Original sei als Jacksons Kinofilm. Andere kritisierten die billige Umsetzung mit einem Gandalf, der weder Hut noch Bart habe, und mit Hobbits, die von Männern im reiferen Alter gespielt würden.

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