"Quibi"-Mitbegründer Katzenberg wirbt mit Stars, Stars, Stars

© APA - Austria Presse Agentur

News
10/22/2020

Quibi gibt schon nach einem halben Jahr auf

Der Videodienst von Hollywood-Produzent Jeffrey Katzenberg und IT-Managerin Meg Whitman stellt seine Streaming-Dienste ein.

Quibi wurde von seinen Gründern, dem Hollywood-Produzent Jeffrey Katzenberg und der IT-Managerin Meg Whitman, als "the next big thing" angekündigt. Die Streaming-Plattform für Smartphones und Tablets sollte mit hochwertig produzierten 10-Minuten-Videos die Lücke zwischen Youtube und Netflix schließen. Nur gab es diese Lücke offenbar nie. Auch aus dem Versprechen, Hollywood mit dem Silicon Valley zusammenzubringen, ist nichts geworden. Denn nachdem Milliarden von den Investoren eingesammelt wurden, sperrt Quibi nun nach nur sechs Monaten wieder zu. Das verbliebene Geld soll an die Investoren zurückgezahlt werden, wie Katzenberg und Whitman am Mittwoch mitteiten. 

Katzenberg war ein Mitbegründer von DreamWorks und unter anderem Chef der Disney-Studios, Whitman machte die Handelsplattform Ebay erfolgreich und führte den IT-Konzern HP.

Das Konzept bei Quibi war, professionell produzierte Videos in fünf bis zehn Minuten langen Clips ausschließlich für Smartphone-Nutzer zu liefern. Katzenberg hatte bereits im Mai die Corona-Krise für den schwachen Start des Dienstes verantwortlich gemacht - weil die Leute nicht so viel Zeit wie zuvor unterwegs mit ihren Smartphones verbrachten. 

 

Investoren bekommen ihr Geld zurück

Von den ursprünglich eingesammelten 1,75 Mrd. Dollar sind laut Wall Street Journal noch 350 Mio. übrig, die zurückgezahlt werden sollen. Unter den Geldgebern waren Hollywood-Schwergewichte wie Disney und NBCUniversal.

Katzenberg und Whitman nannten in einem Blogeintrag keine Beträge. Man werde nie mit Sicherheit erfahren, ob die Idee hinter Quibi nicht gut genug gewesen sei oder man den Dienst zum falschen Zeitpunkt gestartet habe, erklärten sie. "Wir vermuten, es war eine Kombination aus beidem."

Die Gründer waren so überzeugt von dem Konzept, dass sie gar keine Möglichkeit einplanten, die Videos auf den Fernseher zu übertragen. Das wurde dann mit Verspätung nachgeholt. Ebenso verpasste Quibi es zunächst, das Teilen von Links zu Videos oder Ausschnitten im Internet zuzulassen.

Zugleich startete Quibi gegen massive Streaming-Konkurrenz - von den Platzhirschen Netflix und Amazon bis hin zu relativ neuen Angeboten von Apple, Disney und TV-Sendern. Für einen Abo-Preis von 4,99 Dollar im Monat bot Quibi deutlich weniger als die Rivalen. 

 

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