"Take That": Wie ist die neue Netflix-Doku über die Boyband?
"Take That"-Mitglieder Gary Barlow, Mark Owen und Howard Donald
Für alle Take-That-Anhänger gehört die neue Netflix-Doku, die am 27. Januar 2026 erschien, zum Pflichtprogramm. Aber auch für Nicht-Fans bieten die drei Teile einen spannenden Blick hinter die Kulisse einer der erfolgreichsten Boybands der Welt. Denn es geht darin vor allem um den Wahnsinn des Popstars-Daseins. Anhand von alten Aufnahmen mit neuen Kommentaren wird ein Psychogramm von Künstlern gezeichnet, die von Millionen verehrt werden und dennoch sehr einsam sind. So kann man gut nachvollziehen, wie die Karriereträume von Gary Barlow (55), Jason Orange (55), Howard Donald (57), Mark Owen (54) und Robbie Williams (51) einst zum Albtraum wurden. Was erwartet uns genau in der lohnenden Musik-Doku?
Neue Interviews von Gary Barlow, Mark Owen und Howard Donald
Dank Archivaufnahmen, bislang unveröffentlichtem Material aus 35 Jahren und Interviews dokumentiert die Mini-Reihe Höhen und Tiefen der britischen Band. Von den Anfängen als fünfköpfige Band in Manchester, die von Manager Nigel Martin-Smith gecastet wurde und zunächst in Schulen und kleinen Clubs auftrat, über den Aufstieg zu internationalen Pop-Superstars und die Auflösung 1996 bis hin zum Comeback im Jahr 2005.
Die verbliebenen drei Mitglieder Gary Barlow, Mark Owen und Howard Donald blicken in neuen Interviews zurück und kommentieren die Bilder ihrer bewegten Vergangenheit. Jason Orange und Robbie Williams sind in Archiv-Interviews zu hören, wie der Streamingdienst mitteilte. "Wir waren die Könige der Welt", erklärt Howard Donald gleich zu Anfang. Doch schnell wird klar: Ganz so königlich ging es bei Take That abseits der gigantischen Bühnen nicht immer zu.
Die Boyband, die sich innerhalb kürzester Zeit mit Hits wie "Babe" und "Everything Changes" von kleinen Auftritten zu Weltruhm sang, haderte hinter den Kulissen mit zwischenmenschlichen Beziehungen. Wer darf welchen Song singen, wer nimmt welche Rolle ein, wer bekommt in der Öffentlichkeit am meisten Aufmerksamkeit? Solche Fragen stellten sich die fünf Männer rund um die 20 insgeheim zwischen Interviews, Fotoshootings, Studioterminen und Tourstress. Sie seien nie eine Band gewesen, die über ihre Gefühle sprechen konnte, gesteht etwa Howard Donald ein. "Wir machten einfach weiter", beschreibt Gary Barlow. Dabei gab es da schon längst Spannungen zwischen allen.
Robbie Williams konnte mit dem Ruhm auf der einen, der Einsamkeit auf der anderen Seite bekanntlich am wenigsten umgehen. "Ich trank mich bis in die Bewusstlosigkeit. Ich wurde zu einem Alkoholiker", ist der Sänger, der bereits 2023 eine eigene Netflix-Doku hatte, zu hören.
"Seltsame Tage" nach Robbies Ausstieg
Als er die Band 1995 verließ, stürzte das nicht nur die Fans in die Verzweiflung. Die Doku zeigt, wie auch seine vier verbliebenen Kollegen an der Situation fast zerbrachen. Das seien sehr "seltsame Tage" gewesen, sagt Mark Owen und betont, dass Rob wie ein Bruder für ihn gewesen war und er sich die Band ohne ihn nicht vorstellen konnte. Aber sie hätten weitermachen müssen: die Welttour stand an. Daneben hätten sie jedoch gesehen, dass Robbies neues Leben "erfrischend" aussah, während sie selbst "erschöpft" und "lustlos" gewesen seien. Die Luft war raus - und so gingen auch die übrigen vier nach der Tour 1996 erstmal getrennte Wege.
Wieder ein Umbruch für die Musiker, eine neue Situation, mit der jeder auf seine Weise versuchte, fertig zu werden. 2005 kam es dann zur Wiedervereinigung als Quartett, zunächst für die Dokumentation "Take That: For the Record" und anschließend für eine erfolgreiche Welttournee. 2014 verließ dann auch Jason Orange die Band und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Zu Ende ist die Geschichte von Take That aber wohl noch lange nicht. Gary Barlow, Howard Donald und Mark Owen stehen weiterhin gemeinsam auf der Bühne und gehen im Sommer wieder auf Tour. Einen kleinen Vorgeschmack bietet die musikalische Überraschung am Schluss der Doku.