Nicht mehr fliehen

BRD, 1955

FilmDrama

Min.68

In nicht mehr fliehen ist die Hauptfigur eine Frau. Ihr Name ist Sapphire. In ihrer kühlen Königinnenhaftigkeit erinnert sie an Maria Casarès in ihrer Rolle des weiblichen Todes in Cocteaus Orphée, ein Film, von dem Vesely stark beeinflusst war. Sie wird als «Madame» angesprochen und spricht französisch, obwohl die Schauspielerin keine Französin war. Der Mann, der sie auf ihrer Flucht vor einer unsichtbaren Gefahr begleitet, ist ihr Chauffeur und Diener, der ihr Gepäck schleppen muss. Ins Absurde gehende Abhängigkeiten wie bei Beckett und Genet ersetzen an dem Wüstenort, der als Null-Ort gekennzeichnet ist und an dem die Flucht endet, jede weitere Entwicklung. In dem In-sich-Kreisen wird aus der Indifferenz heraus alles möglich, auch ein Mord. Die Feindseligkeit der Welt nimmt von den Menschen Besitz und macht sie fremd und grausam. Camus wird hier direkt angesprochen. Es sind die letzten Stunden vor der finalen Katastrophe. Vesely verwendete für sie die Tarnbezeichnungen, die für den Atombombentest auf dem Bikini-Atoll gebraucht wurden. Das Unternehmen hieß «Kreuzweg», das Steuerungsschiff «Abraham». «Kreuzweg» änderte er in «Null».

(Text: Viennale 2006)

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  • Schauspieler:Xenia Hagmann, Hector Mayro, Judith Folda

  • Regie:Herbert Vesely

  • Kamera:Hugo Holub

  • Autor:Herbert Vesely, Hubert Aratym

  • Musik:Gerhard Rühm

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