Nicht versöhnt

 BRD 1964

Nicht versöhnt oder Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht

Drama, Biografie 52 min.
6.70
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"Nicht versöhnt" nach Heinrich Bölls Roman "Billard um halbzehn" zeigt in Rückblenden die Lebensgeschichten dreier Generationen, die von Nationalsozialismus, Kapitulation und Wiederaufbau geprägt wurden.

Wie eine Inschrift über der Arbeit der Straubs steht der Titel des Films Nicht versöhnt. Es ist die Erzählung von den Kontinuitäten und Brüchen der Geschichte, der Gewalt des Verdrängens und dem Schrecken der Versöhnung. In einem mutigen Zugriff wird Heinrich Bölls Roman «Billard um halb zehn» in Risse, Blöcke, Brüche und plötzliche Verbindungen zerlegt und eine deutsche Familiengeschichte über Generationen hinweg hervorgetrieben. Nicht versöhnt Bölls Unmut und seine Enttäuschung über Straubs Undankbarkeit verstehe ich, nur respektieren kann ich seine Gefühle nicht. Böll hat Straub die Rechte zu Machorka-Muff und zu Nicht versöhnt geschenkt; nicht etwa, sagt er, aus «Altruismus oder Idealismus», sondern weil er «das herkömmliche Filmgewerbe verachte». Was Straub machen wollte, interessierte ihn also nicht sonderlich. Hätte es ihn mehr interessiert, wäre ihm vielleicht aufgefallen, daß Straub zu eben der Kategorie der «Nichtversöhnten» gehört, der er in seinem Roman mit viel literarischem Aufwand Leben einzublasen versucht. So aber hielt er ihn nur für einen armen Teufel, der anderer Leute Geschichten braucht, um seine Vorstellungen zu realisieren; dabei liegen «Stoffe», sagt Böll, «auf der Straße». Ebenda hat Straub auch den seinen gefunden: den vielgelesenen, auch als Taschenbuch publizierten Roman eines renommierten deutschen Nachkriegsschriftstellers. Für Straub nämlich ist Kunst kein Epiphänomen. ...(Frieda Grafe)

(Text: Viennale 2004)

Details

Henning Harmssen, Karlheinz Hargesheimer, Heinrich Hargesheimer, Martha Ständer, Ulrich Hopmann, u.a.
Daniele Huillet, Jean-Marie Straub
Béla Bartók, J. S. Bach unter der Leitung von François Louis
Wendelin Sachtler, Gerhard Ries, Christian Schwarzwald, Jean-Marie Straub
Jean-Marie Straub, Danièle Huillet, nach Heinrich Böll

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