Nokan - Die Kunst des Ausklangs

 J 2008

Departures - Okuribito

Komödie 19.03.2010 ab 16 130 min.
8.10
Nokan - Die Kunst des Ausklangs

Yojiro Takitas Großerfolg aus Japan ist eine meisterhafte melancholische Komödie über die Macht der Liebe, die Kraft der Musik und das Glück der letzten Stunde.

Als das Orchester, in dem Kobayashi Daigo als Cellist spielt, aufgelöst wird, zieht er mit seiner Frau Mika von Tokyo in das verschlafene Heimatdorf seiner verstorbenen Mutter. Dort sucht er einen Job und landet wegen eines Missverständnisses beim alten Bestatter Sasaki. Da er dringend Geld braucht und die Arbeit gut bezahlt wird, überwindet Daigo seine Abscheu und nimmt bei diesem eine Stelle an. Fortan wird er in die traditionellen japanischen Einbalsamier- und Bestattungsrituale eingewiesen. Doch damit verstört er Freunde und Familie. Okuribito flirtet nicht mit dem Tod als Wendepunkt oder Auflösung, sondern er beschäftigt sich von Anfang bis Ende gründlich mit ihm selbst. Und auch wenn er sanft darauf beharrt, dass Sterblichkeit normal und unvermeidlich ist und einen Sinn hat, entlässt er sein Publikum mit dem Gefühl, dem Tod nahe gekommen zu sein. Motoki Masahiro in der Rolle des Daigo wirkt stets zurückhaltend - beinahe könnte man darüber das Geschäft, dem er nachgeht, vergessen. Das ist der entscheidende Trick des Films: die Leute, die sich mit dem Tod beschäftigen, sympathischer zu machen als die Leute, die davon abgestoßen sind. Durch die Zuneigung der Zuschauer zu den schwarzgekleideten und gefassten Zeremonienmeistern der Trauer - im Gegensatz zu den bedürftigen, streitsüchtigen und manchmal ausfälligen Menschen, die ihre Dienste beanspruchen - verliert der Tod seinen Stachel. (Philip Kennicott)

(Text: Viennale 2009)

Details

Motoki Masahiro, Hirosue Ryoko, Yamazaki Tsutomu u.a.
Takita Yojiro
Joe Hisaishi
Hamada Takeshi
Koyama Kundo
Polyfilm
ab 16

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der Heimkehrer
    Cellist Daigo (Masahiro Motoki) wird arbeitslos und verdingt sich als Leichenaufbahrer in seiner Heimat. Wir wissen, dass das Cello ein einschmeichelndes, beruhigendes Instrument ist. Und wir hören es als Überleitung von Szenen, Rückblenden oder als Unterlegung von wunderschönen Landschaftsbildern. Oft sind es Ohrwürmer oder Klassiker z.B. das Ave Maria. Das ist die Stärke des Films. Und so zeigt es auch das offizielle Plakat. Ein Großteil der Handlung besteht allerdings aus der immer wiederkehrenden Aufbereitung der Leichen vor den Augen der Angehörigen. Anfangs ist auch noch so etwas wie leiser Humor vorhanden, der von der überbordenden Fröhlichkeit von Daigos Frau bis zur Unkenntlichkeit übertüncht wird. Das Ende ist vorhersehbar und die makabren Szenen halten sich in Grenzen. Wir erfahren, dass das Verneigen zur abschließenden Verstärkung der eigenen Aussage zum japanischen Gesprächsverhalten gehört wie der Karpfen zum Teich. In manchen Situationen kann man froh sein, dass es noch keine Geruchsfilme gibt. Da könnte wie bei den Akteuren Brechreiz aufkommen. Bei mir ebenso wenig wie emotionales Ergriffensein. Ungerührt gähnte ich mich zum Ende. Weswegen die Preise? Überbewertet!

  • Wunderbar - sehr Sehenswert
    Der Film ist rührend, aber keineswegs melancholisch. Hauptsächlich macht der Film Spaß und Freude. Der Film vermittelt eine pragmatische Lebenseinstellung mit klassischen Idealen.

    Großartige Schauspieler, schöne Szenen. Die Musik ist ein bisschen zu flach.