Eine Tochter

 Israel / Frankreich 2004

Or / Mon trésor

Drama 100 min.
7.10
film.at poster

Tel Aviv: Die 17-jährige Or hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre kranke Mutter von der Prostitution abzubringen.

Die Studentin Or (Dana Ivgy) wäscht jeden Abend Teller in einem Restaurant und recycelt Dosen und Flaschen, um an Bargeld zu kommen und ihre Mutter Ruthie (Ronit Elkabetz), die seit zwanzig Jahren in Tel Aviv anschaffen geht, irgendwie davon abzuhalten. Nicht ohne Grund nennt Ruthie ihre Tochter Or (»Mein Schatz«). Auf Drängen der Tochter nimmt sie endlich einen Putzjob an. Doch die vermeintliche Wendung zum Guten ist nicht von Dauer. Die Verlockung des schnellen Geldes auf der Straße ist schwer zu ignorieren.

Der Film, der fast ausschließlich in der Enge des gemeinsamen Apartments spielt, gibt die psychologische Dynamik dieser Mutter-Tochter-Beziehung wieder. Er thematisiert die Erschöpfung, die brutale Behandlung durch Männer und die eintönige Putzerei in beklemmender Eindringlichkeit. OR ist ein erstaunlicher Film: Kameraführung und Filmästhetik unterstreichen die Stimmung; Szenen mit nur wenigen Wörtern und Gesten, die natürliche Beleuchtung, manchmal sogar Unterbeleuchtung, die großen Räume und Landschaften, die die Charaktere umgeben, zeigen eine Welt von dichter psychologischer Komplexität.

(Text: Filmarchiv Austria)

Details

Ronit Elkabetz, Dana Ivgy, Meshar Cohen, Katia Zinbris, Shmuel Edelman, Siyalit Tamir, u.a.
Keren Yedaya
Sari Ezouz, Keren Yedaya

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Hure bleibt Hure
    Es ist ein deprimierender Film. Wasser auf die Mühlen derjenigen, die stets behaupten, dass man nie aus der Gosse der Gesellschaft aus eigner Kraft herauskommt.
    Anfangs versucht die Tochter noch die Mutter von der Prostitution abzuhalten, am Ende geht sie selber auf den Strich.
    Eine eindringliche Studie, die bis in den Intimbereich der beiden Frauen geht. Schonungslos wird nichts beschönigt, nichts kommentiert. Es ist einfach so, vielleicht zwangsläufig. Aus diesem Teufelskreis gibt es kein Entkommen. Und die Kamera ist immer ganz nah dran, oft erfasst sie düstere Bilder, in denen man die Figuren nur schemenhaft erkennen kann.