Painters Painting

 USA 1972
Independent 116 min.
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Nachdem de Antonio in der New Yorker Kunstszene beinahe zwei Jahrzehnte lang eine gewisse Rolle gespielt hatte, entschied er sich nach America Is Hard to See dafür als Thema für seinen nächsten Film. Diese Entscheidung schien etwas überraschend, für manche gar etwas enttäuschend gewesen zu sein, vor allem für jene, die sich von ihm eine Fortsetzung seiner politischen Studien der späten 60er und frühen 70er Jahre erwarteten. Warum würde ein radikaler Filmemacher auch einen «kommerziellen Spielfilm über das Kunst-Establishment» drehen, wie es ein Kritiker, der Painters Painting als eine Fehlentwicklung in der Karriere de Antonios betrachtete, in seiner Rezension des Films formulierte. Nun, diese Interpretation wird weder dem Filmemacher noch dem Film gerecht, der besser von einem seiner Hauptdarsteller, dem Galeristen Leo Castelli, charakterisiert wurde: Während die Kamera von de Antonio die Galerie Castellis erkundet, hören wir den Besitzer im Hintergrund am Telefon: «De Antonio ist bei mir ... Er dreht einen Film, weißt du, wie den McCarthy-Film, aber ohne McCarthy.» Oder, wie de Antonio selbst einem Kritiker schrieb: «Painters Painting ist politischer, als er zu sein scheint. Kunst ist Macht.» Die Idee zum Film kam von Terry Moore, eine junge Literatin (siehe S. 217). Sie gehörte zur Avantgarde-Szene New Yorks und war eine enge Freundin von Malern wie Frank Stella. Sie schlug de Antonio vor, einen Film über Malerei zu drehen. Kaum ein anderer Filmemacher hatte zu diesem Zeitpunkt das Hintergrundwissen und die nötigen Verbindungen, um einen ernsthaften und persönlichen Film über die New Yorker Kunstszene der 60er Jahre zu machen. De Antonio wollte jedoch nicht nur Künstler vor der Kamera, sondern auch Sammler, Händler und Kritiker interviewen. Doch er beanspruchte, keine Menschen in Farbe sehen zu wollen, weshalb im Museum mit 35mm-Farbfilm gedreht wurde, die Interviews jedoch mit 16mm-Schwarzweißfilm. (Randolph Lewis)

Details

Willem de Kooning, Helen Frankenthaler, Hans Hoffmann, Jasper Johns, Robert Motherwell, Barnett Newman, Kenneth Noland, Jackson Pollock, Larry Poons, Robert Rauschenberg, Frank Stella, Andy Warhol, Leo Castelli, William Rubin u.a.
Emile de Antonio
Ed Emshwiller
Emile de Antonio

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