Paradox Lake

2001

Independent

Ein polnischer Regisseur, eine US-amerikanische Independent-Produktion. Drei Wochen Recherche vor Ort, zwei Wochen Dreh auf 16mm und Digitalvideo, eine weitere knappe Woche Schnitt und Produktion aus Kostengründen in Polen: So entstand eine sehr einfühlsame Dokumentation über autistische Kinder und Jugendliche. Der Film beobachtet nie voyeuristisch ihr Verhalten bei einem Ferienaufenthalt in einem Sommercamp. Dabei versucht er, stellenweise mit optischen Verfremdungen, sich deren autistischer Wahrnehmung von der Welt anzunähern. Eingebettet in die Dokumentation ist eine Spielfilmhandlung über Matt, einen jungen Typen, der vom Alltag in New York so gestresst und körperlich erschöpft scheint, dass sein Arzt ihm eine Aus-Zeit verordnet. Beim Durchblättern einer Zeitung liest er eine Anzeige, in der Betreuer für ein Sommercamp mit autistischen Kindern gesucht werden. Spontan bewirbt er sich und wird angenommen. Im Camp am Paradox Lake hat er mit den jungen Leuten jede Menge Spaß, gemeinsam machen sie neue aufregende und anstrengende Erfahrungen, auch mit sich selbst. Einige der Betreuer jedoch drangsalieren die Kinder, gehen grob mit ihnen um. Besonders einer weiß sich nicht anders als mit Gewalt durchzusetzen. Matt ist empört. Wie aber soll oder muss man mit autistischen Menschen umgehen? Sie haben ein von der Norm abweichendes Wahrnehmungsspektrum, wodurch ihre Kommunikationsfähigkeit zu anderen Menschen gestört ist. Ihre Sinneseindrücke können sie nicht einordnen und bewerten. Also grenzen sie sich von ihrer Umwelt ab und kommunizieren lieber über Gegenstände oder Hilfsmedien wie Computer und Schreibtafel oder wenn man Glück hat mit einem Gegenüber ihrer persönlichen Wahl. Von Anfang an engagiert sich Matt für alle Kinder, auch für diejenigen, die nicht ihm zugeordnet sind. So bemüht er sich sehr um die 12-jährige Jessica, die erste Andeutungen macht, mit ihm kommunizieren zu wollen. Sein Supervisor ermutigt ihn, weiterzumachen. Dies führt allerdings zu Konflikten mit der verantwortlichen Betreuerin. (Sabine Kleczewski)

  • Regie:PRZEMYSLAW "SHEMIE" REUT

  • Kamera:Shemie Reut

  • Autor:Shemie Reut, Wieslaw Saniewski

  • Musik:Maciej Staniecki

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