Petit Indi (Little Indi)

 ES/FR 2009
Drama 92 min.
film.at poster

Arnau ist 17, lebt am Stadtrand von Barcelona und landet trotz Ausbruchsversuchen immer wieder auf dem harten Boden der Realität.

Arnau ist 17 und lebt am Stadtrand von Barcelona, im Niemandsland zwischen Autobahnen, Hochspannungsleitungen und dem Fluss Besòs. Seine Leidenschaft ist die Zucht von Singvögeln. Er hat Finken, Grünlinge sowie einen Stieglitz, mit dem er bei der Singvogel-Ausstellung gewinnen will - denn Arnau braucht Geld: Seine Mutter ist im Gefängnis von Vad-Ras und er will einen guten Anwalt engagieren. Als sein Stieglitz bester Singvogel Kataloniens wird, schöpft der junge Mann Hoffnung. Umso mehr, als ihm sein Onkel erzählt, dass sich mit Hunderennen noch mehr Geld verdienen lässt. Doch Arnau landet bald wieder auf dem harten Boden der Realität.

Details

Marc Soto, Eulàlia Ramon, Sergi López, Eduardo Noriega, Pere Subirana
Marc Recha
Hélène Louvert
Nadine Lamari, Marc Recha

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der Fuchs und die Finken
    Der junge Arnau (Marc Soto) lebt bei seiner Schwester Sole (Eulalia Ramon) am Rande von Barcelona. Mutter sitzt, und Arnaus einzige Möglichkeit Geld zu verdienen ist sein Talent, Finken zum Singen zu bringen. Da gibt es Wettbewerbe und dem Sieger winkt ein Preisgeld. Am Flussufer findet er einen halbverhungerten Fuchs und päppelt ihn auf. Der verträgt sich allerdings nicht mit den Finken.
    Die Handlung fließt so ruhig und so träge wie der Fluss, an dem Arnau wohnt. Es passiert nichts Spektakuläres und die Dialoge sind äußerst spärlich. So muss man schon genau hinschauen, um der Handlung zu folgen. Das ermüdet zusehends. Der Zuschauer wird vor vollendete Tatsachen gestellt, für Gefühle ist keine Zeit. So kann sich auch keine Dramatik entwickeln. Auch wenn es dazu genügend Möglichkeiten gäbe. Das familiäre Umfeld bleibt ebenso farblos wie das Tierdrama. Arnau reagiert dumpf und wortkarg. Er ist kein Vertreter des Nebensatzes. Im Gegensatz zur tristen Industriewelt im Bild hat Regisseur Marc Recha den leisen Film mit angenehm melodischer Gitarrenmusik unterlegt, die allerdings angesichts des brutalen Endes verstummt. Das bleibt an der emotionalen Oberfläche der Zuschauer. Psychologen reden da wohl von schwerer Kindheit. Na ja, Arnaud ist ja noch jung. Und wenn Mutter erst einmal aus dem Knast kommt… Gut gemeint, realistisch bitter, aber nicht hoffnungslos.