Playback (1995)

 D 1995
Independent 
film.at poster

Playback ist ein Dokumentarfilm
über einen Workshop, der 1995 am Nederlands Filmmuseum in Amsterdam
stattfand. Thema des Workshops war der frühe dokumentarische
Film, aus der Zeit zwischen 1910 und 1920.
Teilnehmer waren Filmemacher, Studenten, bildende Künstler, Filmhistoriker
und Archivare des Filmmuseums. Um sie herum war ein Team von Kameraleuten,
Tontechnikern und Produktionsassistenten versammelt, das den Workshop
aufzeichnete. Innerhalb von zwei Wochen wurden mehr als 30 Filme angesehen,
einige Male im Kino und zusätzlich auf Fernsehmonitoren, eingebettet
in Gruppendiskussionen, vorbereitet und untersucht durch längere
Statements von einzelnen Teilnehmern.
Danach wurden verschiedene Videoinstallationen entwickelt und eingerichtet,
die dann wiederum von Kameras aufgenommen wurden. Schließlich
stellte der Workshop die Filme dem Publikum des Rotterdamer Filmfestivals
vor.
Was wollen die alten, scheinbar altmodischen Filme uns heute sagen:
Sagen Sie uns überhaupt noch etwas? Und wenn nicht: liegt der
Fehler bei ihnen oder bei uns? Lohnt es sich überhaupt, die Kopien
aufzubewahren, wenn die Filme sich uns doch nicht in einer Weise mitteilen
können, die der heutigen Wahrnehmung und dem zeitgenössischen
Verständnis entsprechen? Sind sie doch nur das, was man als gewaltige
Monumente einer verlorenen Kultur beschreiben könnte, deren Codes
und Bedeutungen erloschen sind und die uns nichts weiter sagen können,
als dass dort nur Leere herrscht, wo einst Sinn und tiefere Bedeutung
zu glänzen schienen?
Und hat der Fortschritt, in dem wir heute uns voranbewegen, alles
hinter sich gelassen, was ohnehin nur vorläufig, überflüssig
und unnütz gewesen ist? Oder muss man doch zweifeln, ob wir möglicherweise
nicht gewisser Errungenschaften beraubt sind, weil sie einfach nicht
mehr profitabel sind? Während wir im Workshop an solchen Fragen
arbeiteten, tauchte ein Zitat von Umberto Eco auf, der gerade zu dieser
Zeit in Amsterdam weilte: «Kreativität liegt nicht einmal
so sehr im Erfinden neuer Gegenstände als vielmehr im Umstellen
von Gegenständen, die alt sind.» Das Umstellen von alten
Gegenständen ist genau das, was der Videofilm Playback macht.
Er «konjugiert» gewissermaßen die alten Filme durch
verschiedene Medien, durch Deutungsversuche, Wahrnehmungsformen und
Ideenexperimente, um herauszubekommen, wie sehr wir von unserer eigenen
Geschichte (auch der jüngsten) entfremdet sind und welche Arbeit
es macht, sie sich wieder anzueignen. (Hartmut Bitomsky)

Details

Anette Hamilton,Nicole Battéké,
Hartmut Bitomsky

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