Polissons et Galipettes - Erotische Kurzfilme Beginn des 20. Jahrhunderts

2002

ErotikKurzfilm

Kino jenseits der kanonisierten Filmgeschichte. Pollissons et Galipettes versammelt einige großteils in den 20er Jahren illegal hergestellte kurze Sexfilme, die in voyeuristischen Sammlerkreisen zirkulierten, denen sie hier entrissen und einer neuen queeren Lesart unterzogen werden. Das ist umso spannender, als die Filme erstaunlicherweise explizite homosexuelle Praktiken zeigen. Immer in koketter Interaktion mit der Apparatur wird wild in die Kamera gelacht, leidenschaftlich geleckt, geblasen, gefickt. Die freizügig vorgeführten sexuellen Praktiken bleiben in Hinblick auf die Brechung tradierter sexueller Identitäten ambivalent: Einerseits scheinen die Bilder heterosexuelle Geschlechternormen zu subvertieren, andererseits liegt ihr tatsächliches emanzipatorisches Potential in Relation zur Haltung der RezipientInnen. Als kulturhistorische, aber auch erotische Dokumente sind sie allemal lustbetonte und frühe Zeugnisse des pornografischen Films, Abkömmlinge des Cinema Verité des Verbotenen, die es für die Queergeschichte zu entdecken gilt. (Dietmar Schwärzler)LÄNGE: 69 Min.

  • Regie:Michel Reilhac

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