Prime Cut

USA, 1972

Krimi

Prime Cut ist Michael Ritchies ungewöhnlichster Film nicht zuletzt wegen Robert Dillons einzigartigem Sinn für Humor, auch wenn die von Cinema Center herausgebrachte Fassung nur ein Abglanz des Ritchie-Dillon-Originals ist. Nick Devlin, ein eleganter irischer Gangster aus Chicago, wird nach Kansas City geschickt, in das «heart of the heartland», um den seit kurzem unabhängigen und arroganten Fleischmarkt-Gangster «Mary Ann», der nebenbei noch mit Mädchen und Drogen handelt, ein bisschen zurechtzustutzen. Devlin rettet dabei Poppy, eines der Mädchen aus «Mary Anns» mit wissenschaftlicher Präzison geführtem Bordell so in der Version des Produzenten; bei Ritchie nahm er sie ganz einfach als Pfand, eher gegen seinen Willen. Am Ende hat Nick ein klassisches Duell gegen «Mary Ann». Er schießt ihn in den Unterleib und weigert sich, ihm den Gnadenschuss zu geben. Wie der Film hätte aussehen können, kann man im Mittelteil noch spüren, bei der wunderschönen Hommage an North by Northwest: Lee Marvin und Sissy Spacek verstecken sich vor «Mary Anns» Schergen im hohen Weizen. Plötzlich kommt aus dem Nichts ein riesiger Mähdrescher mit einem fettgesichtigen, grinsenden Bauernjungen und fährt auf sie zu. Es gibt kein Entkommen vor der Maschine, die eine breite Schneise in den wogenden Weizen schlägt. Die beiden sind knapp davor, «geerntet» zu werden. Im allerletzten Augenblick erscheinen Marvins Männer in ihrem großstädtischen Cadillac, um das bedrängte Paar zu retten. Sie rammen den Cadillac in das Maul des Mähdreschers, und das Land verschlingt die Stadt. Die Maschine frisst den Cadillac, bündelt ihn sauber und speit die Überreste scheppernd aus. (James Monaco)

  • Regie:Michael Ritchie

  • Kamera:Gene Polito

  • Autor:Robert Dillon

  • Musik:Lalo Schifrin

  • Verleih:Centfox Film

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