Process

NL, 2018

Min.127

Die stalinistischen Schauprozesse der 1930er Jahre – der äußeren Form nach als Travestie ernsthafter Indizienprozesse inszeniert – waren auch wichtiger Teil der sowjetischen Filmmaschinerie. Hell ausgeleuchtete Gerichtsräume, Kameras in allen Ecken, Angeklagte und Ankläger immer auch Schauspieler eines längst feststehenden Szenarios mit dem Geheimdienst als Drehbuchautor und Stalin selbst als finalem Skriptdoktor. In Umkehrung jenes Godard’schen Diktums, demzufolge Film die Wahrheit 24-mal pro Sekunde sei, reklamiert Loznitsa für seinen aus Originalaufnahmen eines einzigen Prozesses montierten Film den Status eines „Dokumentarfilms, der 24-mal pro Sekunde nur Lügen zeigt“. (Stephan Settele)

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