Pulse (2001)

 J 2001

Kairo

Horror 118 min.
6.60
film.at poster

Taguchi, ein junger Computerspezialist, wird erhängt in seiner Wohnung aufgefunden. Zutiefst geschockt, versuchen seine Kollegen, eine Erklärung für seinen unerwarteten Selbstmord zu finden. Ein Hinweis führt zum Beginn des rätselhaften Geschehens, mysteriöses Beweismaterial, das Taguchi hinterlassen hat und das sich auf einer einzigen Diskette befindet. Offensichtlich enthält diese Diskette ein Virus, das Computer-Nutzer verseucht und ihr Verhalten radikal verändert. Wie ein Flächenbrand verbreitet sich in Tokyo die Angst, als sich das Virus seinen Weg durch die Computernetzwerke bahnt. Ich lege es nicht darauf an, Genres zu dekonstruieren. Es passiert einfach. Genres wurden im Hollywood der 30er bis 50er Jahre erfunden. Wenn ich heute einen Film in Tokyo mache, dann ist es ziemlich klar, dass der anders aussieht. Ich glaube nicht, dass Geister das Böse in sich tragen. Das Böse liegt in den Menschen selbst begründet, in ihrer Angst vor dem Tod und in ihrer Beziehung zu dieser Angst. Der Tod und die Toten sind jenseits von Gut und Böse. (Kiyoshi Kurosawa)Kurosawa wäre nicht Kurosawa, hätte er nicht aus einem scheinbar banalen Thema das Maximum an Spannung und Schrecken herausgeholt. Was wie einer der in Japan und im restlichen Asien jüngst so erfolgreichen neuen Horrorfilme beginnt, mündet bei ihm ohne Umschweife in eine zutiefst verstörende Studie über die Einsamkeit und die Befindlichkeit einer modernen Gesellschaft, in der das Phänomen des Verschwindens aus dem Leben längst schon keines Computervirus mehr bedarf. Die Isolation im Zeitalter der totalen Kommunikation ist noch selten auf so beklemmende Weise gezeigt worden. (Thomas Aitkins)

Details

Haruhiko Kato (Ryosuke Kawashima), Kumiko Aso (Michi Kudo), Koyuki (Harue Karasawa), Kurume Arisaka (Junko), Masatoshi Matsuo (Yabe), Shun Sugata (Der Direktor von Sunny Plant)
Kiyoshi Kurosawa
Takefumi Haketa
Junichiro Hayashi
Kiyoshi Kurosawa
Daiei Co. Ltd.

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der verbotene Raum
    Ein intellektueller Horrorfilm, der nicht nur durch die Darbietung der im Genre üblichen, bluttriefenden Schocker punktet, sondern der eine anspruchsvolle philosophische Weltsicht mit apokalyptischem Ausblick eindrucksvoll in Bilder umsetzt. Ein optischer Leckerbissen im zweiten Drittel ist die Auflösung eines Menschen in kleine, glitzernde Schnipsel. Und darum geht es hier: die Welt (der Supermarkt, die U-Bahn, die Stadt Tokio) sind menschenleer. Wir sehen eine feindliche, artifizielle, klaustrophobische Welt. Von der Einsamkeit wurden die Menschen depressiv und verschwinden freiwillig ins Schattenreich der Geister. Es kommt Weltuntergangsstimmung auf. Der Ort, wo die – nennen wir sie mal – ‘Seelen‘ hingehen ist aber irgendwann einmal voll. Via Internet begegnen sich Realos und virtuelle Geister. Die Grenzen zwischen beiden Bereichen verschwimmen miteinander. Menschen sind Geister und umgekehrt. Stellt sich die Frage nach dem ‘Ewigen Leben‘. “Der Tod ist die ewige Einsamkeit“, knurrt ein Geist. Diesem suizidalen Trend versucht nur Michi (Kumiko Aso) zu entkommen. Um die Qualen und das Entsetzen der Zuschauer etwas zu lindern, sagt sie bei Antritt ihrer Seereise ‘Jetzt habe ich das Glück gefunden‘. Schwer zu glauben, denn für diese Welt gibt es keine Zukunft.
    Noch Fragen? Für Computer Freaks gibt es nie Probleme, nur Lösungen. Auch wenn man sie noch nicht gefunden hat.