Schildkröten können fliegen

 Iran/F 2004

Lakposhtha hâm parvaz mikonand

Drama, Kriegsfilm / Antikriegsfilm 98 min.
8.10
film.at poster

Der Film spielt in einem kurdischen Flüchtlingslager im Nordirak an der türkischen Grenze kurz vor Beginn des Angriffs der Amerikaner.

Die Waisenkinder des Lagers verdienen ihr Geld durch das Aufspüren von Landminen. Ihr Anführer, der dreizehnjährige Amerikafan Satellit, verliebt sich in ein mehrfach vergewaltigtes Mädchen, das mit ihrem blinden Baby und einem verstümmelten, hellsichtigen Bruder neu ins Lager kommt.

Der Film konstruiert eine aussichtlose Lebenswelt zwischen Krieg, Verelendung und der Auflösung menschlicher Beziehungen. Trotzdem oder gerade deshalb lebt er von einem spezifischen, stellenweise sehr schwarzen Humor, der aus dem Überlebenswillen der Kinder erwächst. (Filmarchiv Austria)

Details

Avaz Latif, Soran Ebrahim, Saddam Hossein Feysal, Hiresh Feysal Rahman
Bahman Ghobadi
Bahman Ghobadi

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken


  • Der lyrische Titel überzuckert die grausame Realität. Aber der Regisseur macht das wohl immer so. Es ist eine erschütternde Dokumentation über das Lagerleben von Flüchtlingen im Nahen Osten. Die Ansätze für einen Spielfilm sind eher rudimentär und deshalb unbedeutend. Was den Eindruck noch verstärkt, ist der Umstand, dass es sich hier ausschließlich um Kinder handelt. Für Mitteleuropäer unvorstellbar, in welchem Schmutz und das bei ständiger Lebensgefahr sie zu überleben versuchen. Es herrscht ein autoritärer Anführer, ganz souverän wie ein Erwachsener. Er macht Geschäfte, ist quasi Arbeitgeber und besitzt ein Fahrrad als Statussymbol. Wir können dem ganzen Treiben nur hilflos zuschauen, denn eine Verbesserung der Lage ist hier nicht in Sicht.

  • Kinder im Krieg
    Der lyrische Titel überzuckert die grausame Realität. Aber der Regisseur macht das wohl immer so. Es ist eine erschütternde Dokumentation über das Lagerleben von Flüchtlingen im Nahen Osten. Die Ansätze für einen Spielfilm sind eher rudimentär und deshalb unbedeutend. Was den Eindruck noch verstärkt, ist der Umstand, dass es sich hier ausschließlich um Kinder handelt. Für Mitteleuropäer unvorstellbar, in welchem Schmutz und das bei ständiger Lebensgefahr sie zu überleben versuchen. Es herrscht ein autoritärer Anführer, ganz souverän wie ein Erwachsener. Er macht Geschäfte, ist quasi Arbeitgeber und besitzt ein Fahrrad als Statussymbol. Wir können dem ganzen Treiben nur hilflos zuschauen, denn eine Verbesserung der Lage ist hier nicht in Sicht.