O.J. Simpson: Made in America

O.J.: Made in America

United States,

SerieDokumentarfilm

5-tlg. Dokumentation über das Leben von O.J. Simpson, beginnend mit seiner aufstrebenden Karriere als Footballer an der University of Southern California über den weltbekannten Mordprozess in den 90er Jahren bis hin zu seiner Inhaftierung wegen Raubüberfalls 2007.

Staffeln / Episoden1 / 5

Min.93

Start06/11/2016

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  • Schauspieler:O.J. Simpson, Kareem Abdul-Jabbar, Muhammad Ali, Mike Albanese, Marcus Allen, Joe Bell, Jim Brown, Tom Bradley, Johnnie Cochran, Christopher Darden, Lance Ito, Walter Mosley, Joe Namath, Robert Kardashian, Danny Bakewell Sr., Alan Dershowitz

  • Regie:Ezra Edelman

Eines schon mal gleich vorweg: Man muss nicht in den Finessen des Football-Sportes bewandert sein, um sich von dieser Serie fesseln zu lassen. Im Gegenteil: Sport spielt nur eine untergeordnete Rolle, es ist vielmehr ein Ausflug in die (aller-)jüngste amerikanische Vergangenheit, in der der Rassismus noch gehörig grassiert. Der tiefe Fall des O.J. Simpson ist auch die Geschichte eines Schwarzen, der es sich erlaubt hat, in der "weißen" Paradedisziplin American Football zu brillieren.
Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille: Da ist zum einen die Welt des O.J. Simpson, das gut betuchte, privilegierte, mehrheitlich weiße Los Angeles - auf der anderen Seite, nur wenige Kilometer entfernt, die diskriminierte, schwarze Bevölkerung, die unter der eisernen Hand des LA Police Department steht. Der zweite Teil der Serie besucht dieses „andere“ Los Angeles von 1992 - stellt private und öffentliche Aufnahmen O.J. Simpsons dem Archivmaterial, der brennenden Stadt und den blutigen „Los Angeles Riots", gegenüber.
Der grausame Mord an O.J. Simpsons früherer Ehefrau Nicole und dem Kellner Ronald Goldman ist der Beginn einer medialen Ausschlachtung der Figur des O.J. Simpson. Es ist ebenso der Beginn eines Kapitels der amerikanischen Geschichte, der die Realitäten von Rasse, Macht, dem amerikanischen Justizsystem und der Medien offenlegt.
Der Fall O.J. Simpson hat Mediengeschichte geschrieben und die unzähligen Erinnerungen der Protagonisten, die den Fall mitbestimmten, lassen uns zurückreisen in die Zeit, in der ein Verbrechen zunehmend zu einem medialen Phänomen verkommt. Schließlich zeichnen die Schlussplädoyers ein deutliches Bild davon, welcher Kampf hier eigentlich geführt wird: die Sichtbarmachung der Diskriminierung, der Spaltung zwischen Schwarz und Weiß nicht nur in den Brennpunkten von Los Angeles, sondern in der gesamten amerikanischen Gesellschaft.
Nach dem Urteil eines langen und ermüdenden Kampfes im Gerichtssaal wurde O.J. Simpson im Oktober 1995 freigesprochen. Für viele Amerikaner ein Fehlurteil, ein skandalträchtiger Justizirrtum, eine Tragödie, ein beunruhigendes Beispiel davon, was Geld und Macht in den USA ermöglichen können. Für andere wiederum war es ein historischer Sieg, eine viel zu lang ausstehende Vergeltung für die unzähligen afroamerikanischen Opfer von Polizeigewalt und des amerikanischen Justizsystems.