Star Trek Discovery – Episode 07: Zeitschleifen und andere Wiederholungen

Star Trek Discovery – Episode 07: Zeitschleifen und andere WiederholungenVerleih
Star Trek Discovery – Episode 07: Zeitschleifen und andere Wiederholungen

Die Handlung der Episode "Magic to Make the Sanest Man Go Mad" von "Star Trek Discovery" ist schnell erklärt.

Doch zuvor noch eine SPOILER-WARNUNG! Wir beamen uns direkt in die Handlung der neuen Episode.

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Harry Mudd (Rainn Wilson), bekannt aus der vorletzten Folge "Choose Your Pain", ist zurück und übernimmt die U.S.S. Discovery. Wie es ihm so einfach gelingt als Fake-Captain die totale Kontrolle über den Hauptcomputer des Raumschiffes zu erlangen, wird zwar erklärt, ist aber letztlich wenig plausibel. Doch damit nicht genug: Mudd hat auch eine Zeitschleife von etwa 40 Minuten installiert, die immer wieder von vorne startet. Sein Ziel ist es herauszufinden wie der Sporen-Antrieb der "Discovery" funktioniert und das Schiff dann an die Klingonen zu verkaufen. Dazu lässt er die Zeitschleife immer und immer wieder ablaufen. Doch Stamets (Anthony Rapp) existiert durch seinen Selbstversuch mit der Tardigrade- DNA, mit der er den Sporen-Antrieb kontrolliert, offenbar außerhalb des Raum-Zeit-Kontinuums und nimmt jede neue Zeitschleife wahr. Indem er Michael Burnham immer schneller von der Zeitschleifen-Situation überzeugt, schafft er es schließlich Mudd aufzuhalten.

Klassische Episodenhandlung ohne neue Ideen

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Zeitschleifen-Episoden sind im Allgemeinen und auch im "Star Trek"-Universum nichts Neues – und die Folge könnte ja durchaus Charaktere weiter entwickeln oder die Handlung der Staffel vorantreiben. Das tut sie aber nur bedingt. Natürlich erfahren wir in dieser Folge viel über Michael Burnham und ihre Gefühle für Ash Tyler. Aber die gesamte Episode wirkt völlig isoliert von der bisherigen Staffelhandlung. Die romantischen Gefühle von Burnham werden stereotyp in eine kurzweilige Episode gepackt anstatt ihre Beziehung zu Tyler langsam aufzubauen. Diese Episode haben Trekkies und Sci-Fi-Fans schon zig Mal in anderer Form gesehen: Burnham und Tyler könnten durch beliebige andere Charaktere ersetzt werden. Die viel spannenderen Ereignisse der letzten Episode werden vollkommen ignoriert.

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Tyler agiert auf einer Crew-Party als sei er schon seit Jahren Crew-Mitglied und Sicherheitschef auf der "Discovery". Doch Tyler ist erst seit einigen Wochen, bestenfalls wenige Monate, auf der "Discovery". Lorca hat ihn binnen kürzester Zeit zum Chef der Sicherheit befördert, obwohl er nichts über den Mann weiß – und die Crew der "Discovery" noch weniger. Diese Crew-Integration im Highspeed-Modus ist noch weniger plausibel, wenn die Theorie stimmt, dass Ash Tyler der Klingone Voq ist – auch wenn er es selbst vielleicht gar nicht weiß (dazu mehr hier:Episode 06: Die dunkle Vergangenheit des Captain Lorca).

Für die "Voq"-Theorie spricht aber einiges: Wie ist Mudd den Klingonen so schnell entkommen? Und woher hat sich der einfache Betrüger nach seiner Flucht so rasch, die Technologie besorgt, um die Geheimwaffe der Föderation ganz nebenbei zu übernehmen? Der Mann flieht – wie sich herausstellt – vor seiner Frau und ihrem Vater, kann aber problemlos ein Föderationsschiff kapern? Und Voq ward in der Serie nicht mehr gesehen, seit er gemeinsam mit L’Rell am Ende der vierten Episode auf der U.S.S. Shenzhou zurück gelassen wurde. L’Rell hat Voq damals gefragt, ob er bereit wäre "alles zu opfern".

Konventionelles Story-Telling mit modernem Look & Feel

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Einziges Ziel der Episode scheint kurzweilige Unterhaltung und oberflächliche Romantik im Stil von "Und täglich grüßt das Murmeltier" zu sein. Die Zeitschleifen-Geschichte kommt zwar – wie "Star Trek Discovery" insgesamt – in einem modernen Look & Feel daher, ist aber ein weiterer Rückschlag auf der Reise der Science-Fiction-Serie in Richtung einer zeitgemäßen TV-Erzählweise auf dem Niveau epischer Sci-Fi-Serien wie "Battlestar Galactica" und "The Expanse".

Erwin Schotzger

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