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22.01.2018

Star Trek Discovery – Episode 12: Lorca lässt die Hüllen fallen

In der Episode "Vaulting Ambition" wird endlich das Geheimnis von Captain Lorca gelüftet und auch sonst hat die Episode einige Überraschungen auf Lager.

Im Spiegel-Universum tritt Michael Burnham diesmal ihrer Mentorin Philippa Georgiou gegenüber, die hier der Imperator des Terranischen Imperiums ist. Gegen Ende der ersten Staffel lösen sich einige lange aufgebaute Handlungsstränge auf. Die Episode spielt gekonnt mit den Verwirrungen und Überraschungen eines Universums, in dem die Schattenseiten der Charaktere deutlich werden.

Doch bevor wir uns in den dunklen Tiefen des Spiegel-Universums verlieren: SPOILER-ALARM!

Oh Captain, mein Captain!

Fangen wir diesmal mit den Schluss an: Was viele Fans schon sehr früh vermutet haben, wird am Ende der Episode auch Burnham mit einem Schlag klar. Sie ist nicht zufällig auf der USS Discovery gelandet und alles geschieht nach Lorcas Plan. Er ist tatsächlich aus dem Spiegel-Universum. Die (auch nicht sehr große) Überraschung ist, dass er abgrundtief böse ist. Ohne die detektivische Schwarmintelligenz der "Star Trek"-Community wäre sie wahrscheinlich auch gelungen. Burnham ist im Spiegel-Universum die Adoptivtochter von Georgiou. Lorca war die rechte Hand der Imperatorin und hat sich schon als Kind zu einer Vaterfigur für Burnham entwickelt – und dieses Verhältnis dann missbraucht, um Spiegel-Burnham zu seiner Geliebten und Verräterin zu machen. Und auch diese Burnham hat Lorca nur ausgenutzt, um in die Nähe der Imperatorin zu kommen.

Wie sich im Cliffhanger der Episode herausstellt, missbraucht Lorca Frauen nicht nur im Fall von Spiegel-Burnham. Er tötet offenbar seine Geliebten, wenn er ihrer überdrüssig ist. Das wirft die Frage auf: Was ist eigentlich mit Spiegel-Burnham passiert? Und wie kam Lorca ursprünglich in das andere Universum? Übrigens ist keineswegs gesichert, dass es das Original-Universum war.

Oh Imperator, mein Imperator!

Interessant ist jedoch, dass Georgiou tatsächlich Liebe für ihre Tochter empfindet – und Trauer über ihren Verrat. Die Maskerade von Burnham führt direkt zu ihrer Hinrichtung wegen Hochverrats durch die Hand des Imperators – ein Zeichen der Gnade von Georgiou. Das erfordert eine überraschende Wendung: Burnham bleibt nichts anderes übrig als Georgiou ihre Herkunft aus dem Paralleluniversum zu gestehen. Als der Beweis erbracht ist, tötet die Imperatorin alle im Raum Anwesenden. Die Föderation ist ihr wohlbekannt und das bestgehütete Staatsgeheimnis des Imperiums. Imperator Georgiou zeigt großes Interesse am Sporen-Antrieb der USS Discovery. Sie bietet Burnham und ihrer Crew dafür die Freiheit an. Doch viel spannender ist, dass sie den Antrieb oder zumindest die Forschung rund um das Sporen-Netzwerk nicht kennt.

Oh Doktor, mein Doktor!

Denn der Spiegel-Stamets hat auch in diesem Universum mit dem Sporen-Netzwerk herumexperimentiert. Stamets trifft sein Spiegel-Ich im Sporen-Netzwerk, wo beide in ihrem komatösen Zustand gefangen sind. Der böse Stamets hat nur ein Ziel: Wie komme ich hier raus. Außerdem hat er durch seine Experimente den kritischen Zustand des Sporen-Netzwerkes verursacht. Das erfährt der gute Stamets gerade noch rechtzeitig von ... Fanfare! ... Doktor Hugh Culber. Er führt Stamets wie ein Geist weg von seinem anderen Ich und klärt ihn auf. Auch darüber, dass er tot ist. Schon wieder stellen sich Fragen über Fragen: Was ist das Sporen-Netzwerk, wenn der tote Doktor hier existiert und Stamets über die Machenschaften seines Spiegel-Ichs aufklären kann? Ist Culber wirklich Culber oder das Sporen-Netzwerk in der Form von Culber? Oder ist der Doktor nur eine Inkarnation von Stamets Bewusstsein? Auf die Aufklärung müssen wir bis zur nächsten Episode warten. Denn Stamets schafft es aus der Sporen-Dimension zu entkommen und wacht aus seinem Koma auf. Der böse Stamets aber auch. Er befindet sich auf dem imperialen Schiff – genau dort, wo der böse Lorca gerade aus seiner Zelle ausbricht. Und wie wir inzwischen wissen: Im Gegensatz zu Imperator Georgiou weiß Lorca über die Sporen-Forschung sehr gut Bescheid.

Oh Klingone, mein Klingone!

Dann wäre da noch der Handlungsstrang um Tyler/Voq: Die beiden Identitäten liegen im Clinch miteinander und es droht Tyler/Voq zu zerreißen. Saru wendet sich an L'Rell um Hilfe. Diese entpuppt sich als bornierte Fundamentalistin, die nicht kapieren will, dass ihr genialer Plan in diesem Universum ziellos ist. Aber sie hilf schließlich aufgrund ihrer Gefühle für Voq doch, die Identität von Voq zu stabilisieren. Oder ist das wieder nur eine Finte? Seit dem Sprung ins Spiegel-Universum wirkt der Klingonen-Strang wie ein Fremdkörper in der ganzen Geschichte. Es könnte sein, dass es sich hier tatsächlich um ein Relikt aus einer frühen Phase handelt, bevor das Produzententeam rund um Bryan Fuller abgesprungen ist. Wohin das Ganze führt, werden die verbleibenden drei Episoden hoffentlich noch zeigen.

Erwin Schotzger