"Steig.Nicht.Aus!": Ein Thriller ohne Feuer unterm Hintern

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Auf dem Weg zur Arbeit bringt der Berliner Bauunternehmer Karl Brendt (Wotan Wilke Möhring) noch schnell seine Kinder Josefine (Emily Kusche) und Marius (Carlo Thoma) zur Schule. Doch bereits kurz nachdem er das Auto startet, erhält er einen Anruf: Der Unbekannte am anderen Ende der Leitung droht damit, eine Bombe, die unter dem Sitz versteckt ist, in die Luft zu sprengen, sollten Karl oder die Kinder versuchen, auszusteigen! Vom Auto aus soll Karl in kürzester Zeit eine große Summe Geld beschaffen. Es beginnt ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit.

Trauerspiel

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Gerade wenn man geglaubt hat, der deutsche Film sei am Weg der Besserung, kommt „Steig. Nicht. Aus!“ in die Kinos. Das Ziel der Filmemacher ist von der ersten Sekunde an klar: Spannung! Spannung! Spannung! Doch statt Spannung kommt hier eher Schamgefühl auf. Die absurde Handlung wäre ertragbar, wenn sich die Filmemacher nicht so ernst nehmen würden. Mit übertriebenen Gesten und unnachvollziehbaren Wutausbrüchen verspielt Hauptdarsteller Wotan Wilke Möhring jegliche Sympathien, die man für ihn hätte haben können. Dabei ist man sich nicht sicher, ob das sinnlose Drehbuch oder das grauenhafte Schauspiel schlimmer ist. Ein Trauerspiel.

Verfolgungsjagd

 

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Auch die Polizisten rund um Hannah Herzsprung treiben einen in den Wahnsinn. Als Spezialeinheiten die fahrende Bombe zum Stillstand bringen, scheint sich ein Ende der Verfolgungsjagd abzuzeichnen, doch dann taucht Aleksandar Jovanovic in der Rolle des wohl unqualifiziertesten Einsatzleiters der Filmgeschichte auf. Nicht nur, dass die Polizisten unfähig sind, den Ernst der Lage zu erkennen und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, nein, sie kommen nicht einmal auf die Idee, ihre wohl effektivste Waffe, das Kommunizieren, zum Einsatz zu bringen.

Logiklücken

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Steig. Nicht. Aus!“ ist das Ergebnis eines Drehbuchs, in dem den Figuren jegliche Intelligenz genommen wurde, damit sie keine blöden Fragen stellen, um nicht die Spannung zu unterbrechen. Diese Art des Erzählens ist symptomatisch für deutsche Thriller. Im Fernsehen kann man Logiklücken leichter verkraften, doch im Kino fühlt man sich nach mehreren offensichtlich falschen Entscheidungen der Figuren einfach nur hintergangen. „ Steig. Nicht. Aus!“ will kein Arthaus-Film sein, sollte er auch nicht, aber ein wenig mehr Respekt dem Publikum gegenüber hätte hier nicht geschadet.

2 von 10 Tränenausbrüchen

Steig. Nicht. Aus!

Steig. Nicht. Aus!

D 2018
Thriller
13.04.2018
Christian Alvart
Ein Bauunternehmer wird von einem heimtückischen Verbrecher bedroht, denn im Auto, mit dem er unterwegs mit, wurde eine Bombe deponiert, die hochgeht, falls er aussteigt.

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