Still Life (2006)

 China 2006

Sanxia Haoren

Drama 28.09.2007 108 min.
7.30
Still Life (2006)

Der siebente Spielfilm des 37jährigen Regie-Genies Zhang-ke setzt sich erneut mit der kapitalistischen Metamorphose Chinas auseinander.

Der Bergmann Han Sanming reist in die Stadt Fengji am Drei-Schluchten-Damm des Flusses Yangzi. Er will seine
Ehefrau wiederfinden, die ihn vor 16 Jahren mit ihrem gemeinsamen Kind verlassen hat. Doch die Straße, in der sie wohnte, liegt längst unter Wasser. Zur gleichen Zeit kommt die Krankenschwester Guo Shen Hong in die Stadt.
Auch sie sucht ihren Ehepartner. Zwei Jahre ist es her, seit sich Guo Bin das letzte Mal bei ihr gemeldet hat, nun
will sie ihren Mann zur Rede stellen.

Fengjis Altstadt steht schon unter Wasser, doch die neuen Unterkünfte für ihre Bewohner sind noch nicht
fertiggestellt. Manche Dinge können gerettet, andere müssen zurückgelassen werden. So wie die vom Stausee
überfluteten Häuser an anderer Stelle durch neue ersetzt werden müssen, sehen sich auch Sanming und Shen Hong am Ende gezwungen, neue zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen.

Nach Unknown Pleasures / Ren xiao yao (2002) und The World / Shijie (2005), in denen es schon um die Gefahr
ging, die der Mensch läuft, in einer breiten Konsumlandschaft verloren zu gehen, setzt sich Still Life, der siebente
Spielfilm des 37jährigen Genies, erneut mit der kapitalistischen Metamorphose Chinas auseinander.

Details

Tao Zhao, Sanming Han, Zhubin Li, Hong Wei Wang, Haiyu Xiang u.a.
Jia Zhang-ke
Giong Lim
Nelson Yu Lik-wai
Zhang Ke Jia
Stadtkino

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Suche nach der Vergangenheit
    Nachdem man sich an die langen Einstellungen gewöhnt und ganz ruhig down gechilled hat, kann man dem langsamen, leisen Film in aller Seelenruhe folgen. Zunächst wird hier der verheerende Umgang mit der Natur dokumentiert durch den Dreischluchten Damm. Er ist das destruktive Symbol des angeblichen Fortschritts schlechthin. Man sieht die Zerstörung von Gebäuden, unendliche Trümmerberge wie nach einem Bombenkrieg und Geisterstädte, wo über Jahrhunderte Menschen gesiedelt hatten. Und die Menschen, die hier schlecht und recht zu überleben versuchen. Manche Gruppenszene wirkt etwas unbeholfen wie eine Aufführung eines Schultheaters, andererseits startet einmal überraschenderweise ein Hochhaus als Rakete. (Chinas Erforschung des Weltraumes etwa?) Im eigentlichen Zentrum stehen aber zwei Menschen, die auf der Suche nach der Vergangenheit sind, nach zwei Menschen, die in ihrem früheren Leben eine wichtige Rolle gespielt haben. Sie finden sie und stellen fest: man ist sich fremd geworden. Genauso wie die Natur um sie herum dem Menschen. Es ist kein großes menschliches Drama, eher ein Stillleben eben!