Der strenge Jüngling

Strogij junoca

1935

Avantgarde

Min.101

Lichtdurchflutete Räume, weiße Figuren auf weißem Grund. Zart geschichtete Oberflächen, glatt, monumental. Neoklassizistische Linearkunst in Perfektion - erhaben, apollinisch, ein graustufiges Schattenreich, in dem Strenge und Absurdität ihr Heim ebenso finden wie die androgynen Wesen ihre jeweiligen Partner.

Wer immer schon wissen wollte, wie sich die Codierung eines sensitiv-sensiblen Empfindens im Koordinatensystem der "totalitären Ästhetik" als Stil ausnimmt, der ist hier so richtig, wie es kaum richtiger geht. Strogij junosa ist das absolute masterpiece der Stalinära, in welcher der Film selbstverständlich nie das Licht der Leinwand erblickt hat.

Zu enigmatisch ist diese Filmskulptur, zu international sein Ansatz, zu radikal seine ideologische Offenheit (alias Dialektik) - auf dem Spiel steht nicht nur die Überwindung des Todes (im physisch-materiellen Sinn), sondern noch viel mehr: die Entscheidung für die Ungleichheit (=den Führer) als Bewegungsmoment des Kommunismus. (B.W., Filmmuseum)

  • Schauspieler:Dmitrij Dorliak, Jurij Jur'ev, Ol'ga ¿izneva, Maksim ¿trauch, Georgij Socevko

  • Regie:Abram Room

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