Tempêtes (mit Menschen im Sturm)

 F 1933
Drama 65 min.
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Eine archaische ungarische Geschichte in zwei Versionen. Godard meinte, man müsse immer zweimal sehen, um die Augen zu überprüfen, um zu unterscheiden und zu urteilen. In diesem Sinne ist die Zusammenschau von Tempetes und Menschen im Strum mehr als das Angebot zu einem Vergleich. Es ist angewandte Kinematographie. Die Archaik des Lebens. Die Arbeit als Fischer und in den Weinbergen. Begehren, Gesetze und über allem der Plattensee, der über das Schicksal der Menschen richtet. Dem See gehören die ersten Bilder des Films, lange Sequenzen, die eine Unergründlichkeit ausmessen. Netze werden ausgeworfen, Tageszeiten wechseln, Pferde laufen das Seeufer entlang. Ein eigenes Zeitverständnis, das von Wiederholung und Dauer lebt, herrscht vor. Die Handlung ist in Natur und Ewigkeit gegründet. Eine fremde Welt, der Fejos nachzuspüren versucht. Werner Hochbaum, der für die deutsche Version von Ítél a Balaton verantwortlich zeichnet, stellt der Geschichte einen gesprochenen Prolog voran: «Mitten im Herzen Ungarns, dort wo die Puszta beginnt, ruht der wälderumrauschte, sagenumwobene Balatonsee. Schweigend liegt er da im Sonnenglanz, leuchtend wie die Farben des Hochzeitgewandes der ungarischen Mädchen. Aber rasend tobt er Widerwillig, doch immer wieder zollt der See dem Fischer den Tribut und füllt ihm das Netz. Doch wehe, bleibt es einmal leer, dann mahnt der See an verborgene Schuld, dann, so sagt es die Legende, betrügt den Fischer seine Frau. Und so befiehlt es das alte Gesetz. In einer stürmischen Nacht, auf leichtem Kahn, wird die Frau dem See übergeben. Findet sie dabei den Tod, dann hat der See sie gerichtet. Gibt er sie zurück, dann ist sie frei von Schuld. Dann rettet der See den Frieden seiner Menschen. War es vor tausend Jahren, wars gestern, wird es morgen sein? Immer wird das große Ringen in der Seele des ungarischen Menschen leben. Aug um Auge, Zahn um Zahn. Aber immer, und immer wieder wird Liebe, Liebe den Menschen erlösen.»

(Text: Viennale 2004)

Details

Antal Pager, Gyula Csortos, Maria Medgyessy, Mor Ditroi, Ernö Elekes, Saint Allier, Bringo, Roméo Carles, Janine Vauthier
Paul Fejos
Lohr Ferenc
Peverell Marley und Istvan Eiben
Paul Fejos

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