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filmkritik
04/18/2017

"The Bye Bye Man": Ein verwirrendes Schreckgespenst

Regisseurin Stacy Title gelingt es nur bedingt, mit ihrer unheimlichen Figur das Horror-Genre neu zu beleben. Das ganze Konzept erscheint nämlich viel zu unausgereift und verwirrend.

Buh! Der schwarze Mann als Kinderschreck mag ja vielleicht noch aktiv sein, aber bei College-Kids kann er nichts mehr ausrichten. Für diese Altersstufe ist ab sofort der „The Bye Bye Man“ zuständig – und er sollte sich mit Schreckeinjagen und Menschenumbringen beeilen, denn die Chancen stehen nicht so gut, dass er jemals eine zweite Gelegenheit erhalten wird, sich auf der Leinwand auszutoben. Zunächst schaut es ja fast danach aus, als ob es Regisseurin Stacy Title mit ihrer unheimlichen Figur tatsächlich gelungen wäre, das Horror-Genre neu zu beleben. Doch allmählich stellt sich immer stärker heraus, dass das ganze Konzept viel zu unausgereift ist.

Surrealistisch und ziellos

Manche Szenen könnten ohne weiteres von Stephen King stammen und haben die Intensität von surrealistischen Traumsequenzen. Wenn wir keine Erklärung dafür erhalten, warum immer wieder ein Zug, dessen Lok eine bestimmte Zahl trägt, auf einer nächtlichen Fahrt ins Bild kommt; was hinter den alten Münzen steckt, die scheinbar aus dem Nirgendwo zu Boden purzeln; oder weshalb die Titelfigur ein deformiertes Gesicht hat, einen Kapuzenmantel trägt und stets in Begleitung eines wahren Höllenhundes auftritt - wenn also all das unbeantwortet bleibt, ist es durchaus in Ordnung und erzeugt ein anregendes Gefühl der Verunsicherung. Etwas anderes ist es hingegen, wenn das Verhalten der Schreckfigur den Eindruck erweckt, als wüsste sie selber nicht, was sie da eigentlich tut. Bei Freddy Krueger ist z.B. sofort klar, wie man ihn einschätzen soll - doch der von Verwandlungskünstler Doug Jones („Hellboy“, „Pans Labyrinth“) gespielte ‚Bye Bye Man‘ stiftet bloß Verwirrung und seine Beweggründe erscheinen ziemlich widersprüchlich: will er nun alle dazu bringen, dass sie seinen Namen so rasch wie möglich verbreiten, oder will er sie zwingen, durch Gewaltanwendung das genaue Gegenteil zu erreichen, wodurch er selber dann ja eigentlich überflüssig wäre?

Vermutlich sollten die näheren Infos über Absichten und Herkunft des "Bye Bye Man" ja auch nachgeliefert werden, weil sich der Film als Auftakt zu einer ganzen Reihe verstand. Doch in diesem Fall ist es wenig wahrscheinlich, dass wir sie jemals erhalten werden, denn wie bereits anfangs erwähnt, sind die Chancen für eine Fortsetzung äußerst gering.

Übrigens beginnt man an der eigenen Wahrnehmung zu zweifeln: Hat der „Bye Bye Man“ auch über seine Zuschauer halluzinatorische Gewalt gewonnen oder war da zwischendurch tatsächlich für ein paar Minuten Faye Dunaway in einer kleinen Rollen zu sehen?

6 von 10 ausgesprochenen Abschiedspunkten

franco schedl

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