To the Left of the Father

Lavoura arcaica

Brasilien, 2001

Ritualisierte Tagesabläufe in idyllischer, aber abgeschiedener Umgebung, ein patriarchalischer, religiöser Vater, der bei den Mahlzeiten biblische Vergleiche über Tugenden und Moral zum Besten gibt. Eine Schar Geschwister, deren Vereinsamung sie zu Fluchten in die Familienzusammengehörigkeit nötigt, und eine geduldig liebende Mutter. "Der Zwang und die Freude zu Hause haben mich getötet", wehrt sich André gegen das verordnete Glück. Für erwachende Sexualität ist kein Platz in dieser Welt, die der Vater regiert und die Mutter exekutiert. Was bleibt ist traditionell: Ein Bordell ermöglicht Andrés Initiation. Seine Schwester Ana entdeckt ihren Körper vorerst nur über heimliche, indirekte Blicke: In einem unbeobachteten Moment schiebt sie einen Spiegel zwischen ihre gespreizten Beine.

In sinnlichen Bildern manifestiert sich das verbotene Begehren zwischen André und Ana, das später zum Inzesttabubruch führt, nur der erste Zwischenfall einer ausufernden Tragödie im verschlingenden Schoß der Familie.

Filmfestival Innsbruck 2002

  • Schauspieler:Selton Mello, Raul Cortez, Juliana Carneiro Da Cunha, Somone Spoladore, leonardo Medeiros

  • Regie:Luiz Fernando Carvalho

  • Kamera:Walter Carvalho

  • Autor:Luiz Fernando Carvalho

  • Musik:Marco Antonio Guimaraes

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