Tsotsi

 GB/Südafrika 2005
Drama 05.05.2006 95 min.
7.30
film.at poster

Eine atemraubende und Oscar-gekrönte Story - erzählt zu den stampfenden Sounds des "Kwaito", der Musik der Ghettokids von Johannesburg.

In einem Ghetto am Rand von Johannesburg lebt der 19-jährige Tsotsi in den Tag hinein. Der Anführer einer kleinen Gangsterbande ist der coole und für seine Brutalität gefürchtete Held des Viertels. Eines Abends sieht er sich drastisch mit den Folgen seiner Gewalttätigkeit konfrontiert: In einem noblen Vorort schießt er auf eine Frau, stiehlt deren Auto und flüchtet mit Höchstgeschwindigkeit, als er plötzlich auf dem Rücksitz ein neugeborenes Baby bemerkt. Vor Schreck baut er einen Unfall und muss seine Flucht zu Fuß fortsetzen. Er könnte das schreiende Kind allein in dem Wrack zurück lassen, doch etwas in ihm sperrt sich dagegen. Also steckt er es in eine Papiertüte und nimmt es mit in seine Welt...

Die Geschichte eines blutjungen Gangsters, den man
hassen möchte, für den man aber am Ende Tränen vergießt,
begeisterte die Besucher der Film-Festivals von Toronto und
Edinburgh und erhielt den Auslands-Oscar 2006.

Details

Presley Cheweneyage, Therry Pheto, Kenneth
Gavin Hood
Athol Fugard, Mark Kilian
Gavin Hood nach Athol Fugard
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Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Packend
    Ein Jugenddrama der besonderen Art, dessen Handlung direkt aus dem wahren Leben kommen könnte, auch wenn Athol Fugards Roman als Vorlage diente. David (Presley Chweneyagae), der Anführer einer Jugendgang in Soweto schlägt sich mit Mord und Diebstahl durch sein hoffnungsloses Leben. Nachdem er ein Auto geklaut hat und die Fahrerin anschießt, findet er ein Baby auf dem Rücksitz. Jetzt beginnt eine Entwicklung, der den jungen Mann reifen lässt, Verantwortung zu übernehmen und sogar Wiedergutmachung zu leisten. Das erzählt Gavin Hood sehr authentisch. Die erschreckende Grausamkeit am Anfang wird nur dargestellt, um den späteren Wandel noch eindringlicher zu machen. David findet zunächst einmal eine stillende Mutter Miriam (Terry Pheto) für ‘sein Baby‘. Die muss er zunächst - seinen Gewohnheiten gemäß - mit gezogenem Revolver dazu zwingen.
    David erinnert sich an seine Kindheit: Mutter krank, Vater säuft. Höhepunkt und Ende des Films ist die Übergabe des Babys, dem er den Namen David gegeben hatte, an seinen Eltern, beobachtet von der Polizei mit gezogenen Pistolen. Es knistert. Viel Zeit vergeht. Unterlegt wird das Ganze mit einheimischen, gesummten Melodien, die wunderschön harmonisch klingen. Ein Kontrast zur gesehenen Realität oder Ausdruck der Sehnsucht nach einer besseren Welt. Manche Einstellungen suggerieren das, wenn David von einem Hügel aus still die Metropole beobachtet, Schnitt, Miriam ihr Baby betrachtet. Vielleicht stimmt hier ja die alte Volksweisheit ‘Laiendarsteller sind die besseren Schauspieler‘. Teilweise knallhart, teilweise emotional. Total beeindruckend.
    Der Oscar ist wirklich verdient.

  • Re:
    man muß sich den Film schon fertig ansehen, um ihn kritisieren zu können. Es handelt sich um eine Charakterstudie, und den Wandel bzw. die Entwicklung dieses Charakters. Ich finde der Film ist trotz aller westlichen Einflüsse glaubwürdig und für südafrikanische Verhältnisse sehr gut...

    Re:
    Über den Schluss kann ich euch leider nichts berichten. Ich bin rausgegangen, so wie einige Leute vor mir.
    Der Film ist durchdrungen von navier "amerikanischer" moralisierender Weltsicht. Die Geschichte selbst nicht durchdacht. Die Motive der Charakter nicht wirklich verankert.

    Re:
    ...naja, zum Schluss weiss man halt auch, warum er den Oscar bekommen hat. Independentkino ist normalerweise intelligenter und realistischer...viel anders würde wohl ein Hollywoodschinken das Thema auch nicht angehen...