Ein perfektes Paar

 F/J 2005

Un Couple parfait

Drama 104 min.
6.70
film.at poster

Nicolas und Marie, die mehrere Jahre im Ausland verbracht haben, kehren zur Hochzeit langjähriger Freunde nach Frankreich zurück. Die beiden stecken in einer Krise und stehen kurz vor der Scheidung, gehen aber dennoch gemeinsam zur Feier. Kaum angekommen, geben sie ihre Trennung bekannt. Nicolas und Marie sind in ihrer Ehe gefangen, und sowohl der Entschluss zur Trennung als auch die physische Distanz ermöglichen ihnen, sich wieder so wahrzunehmen, als würden sie sich nicht kennen oder sich neu kennen lernen. Suwa Nobuhiro beobachtet in langen Aufnahmen den aufreibenden Stellungskrieg eines Paares, verkörpert von Valéria Bruni-Tedeschi und Bruno Todeschini. Statt sie in einzelne Einstellungen zu zerlegen, werden einzelne Situationen hier in unterschiedlichen Bildebenen arrangiert oder über die Bewegungen der Schauspieler im Raum verdichtet. Und wenn zu Beginn, während einer belanglosen Unterhaltung, das Zimmermädchen im Hintergrund beiläufig ein zweites Bett installiert, dann ist das bereits ein erstes Indiz dafür, dass das «perfekte Paar», das der Titel dieses ruhigen Films beschwört, längst mit gravierenden Auflösungstendenzen zu kämpfen hat. Suwa, der sich schon mit H Story, einer Film-im-Film-Versuchsanordnung über Alain Resnais Hiroshima mon amour, mit dem französischen Autorenfilm auseinander gesetzt hat, erweist diesem Kino auch diesmal seine Reverenz. Jacques Doillon sitzt gewissermaßen wie ein Pate auf einer Hochzeitsfeier mitten unter jungen Frauen. Caroline Champetier, die mit Carax, Godard, Techiné, Garrel und vielen anderen gearbeitet hatte, stand als Chef-Operatrice hinter der Kamera. (Isabella Reicher)

(Text: Viennale 2005)

Details

Valéria Bruni-Tedeschi (Marie), Bruno Todeschini (Nicolas), Nathalie Boutefeu (Esther), Louis-Do de Lencquesaing, Jacques Doillon
Suwa Nobuhiro
Suzuki Haruyuki
Caroline Champetier
Suwa Nobuhiro

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken