Getrennte Wege

 Israel / Frankreich 2004

Ve'Lakhta Lehe Isha / Prendre femme

Drama 97 min.
6.80
film.at poster

Israel im Jahre 1979: Bis zum Beginn des Sabbat sind es nur noch drei Tage, doch bei Eliahou und seiner Frau Viviane wird es kein friedliches Fest werden. Die Ehe des jüdisch-marokkanischen Paares steht kurz vor dem Aus - die Lebensvorstellungen der beiden scheinen unvereinbar...

Eine Großaufnahme: Vivian sitzt da, umgeben von einem Gewirr männlicher Stimmen, denen es schließlich gelingt, sie zu überreden, ein weiteres Mal bei ihrem Mann zu bleiben. Haifa im Sommer 1979: Viviane leidet unter der Gleichgültigkeit ihres Manns Eliahoo, dem religiösem Druck und der erstickenden Präsenz der Familie alles lastet auf ihr, ohne dass sie irgendeinen Ausgleich finden könnte. Da erhält sie einen Anruf von Albert, einem Mann, den sie geliebt und der ihr die Freiheit, sie selbst zu sein, gelassen hatte.

To Take A Wife, das meisterhafte Porträt einer unabhängigen jüdischen Frau marokkanischer Herkunft, die gegen die patriarchalische israelische Gesellschaft ankämpft, wird voll und ganz durch die überragende Leistung der Hauptdarstellerin Ronit Elkabetz getragen. Abgesehen von ihrer charismatischen Leinwandpräsenz (die ihr den Preis für die beste weibliche Rolle am Filmfestival von Jerusalem einbrachte), ist die in Israel sehr bekannte Schauspielerin hier zum ersten Mal gemeinsam mit ihrem Bruder Shlomi für Drehbuch und Regie verantwortlich. Die in Wort und Gebärden klare, intensive Inszenierung beruht auf der gemeinsamen Theaterarbeit des Geschwisterpaares. Ihrer eigenen Erfahrung es handelt sich um die Geschichte ihrer Mutter verdanken sie die Emotionen und Fragen, die sie durch ihren kunstvollen Umgang mit Symbolen, Einstellungen und Lichteffekten zu einer Reihe eindrucksvoller Momentaufnahmen zusammenfügen. (Stéphanie Billeter)

(Text: Viennale 2005)

Details

Ronit Elkabetz (Vivian), Simon Abkarian (Elyahoo), Gilbert Melki (Albert), Sulika Kadosh (Memé), Dalia Malka Beger (Dona), Kobi Regev (Eviatar), Omer Moshkovitz (Gavriel), Yam Eitan (Leor)
Shlomi Elkabetz / Ronit Elkabetz
Michel Korb
Yaron Scharf
Shlomi Elkabetz, Ronit Elkabetz

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Ach Gott - die arme Mutter
    Die Darstellungsweise dieses Ehedramas ist für Mitteleuropäer nicht mehr zeitgemäß. Die von ihrem Mann unterdrückte Frau, die sich mit ihm nur heftige, Rededuelle jenseits des normalen Gesprächstons liefert, und dabei leidet wie ein Tier, nur um der Kinder willen, die sie aber auch nicht eigentlich mögen, dieses arme Heimchen im Haus ist weitgehend ausgestorben. Wenn dann noch ihre große Jugendliebe auftaucht, und sie verzichtet widerstrebend bleibt sie buchstäblich im Regen stehen. Die schauspielerische Leistung von Ronit Elkabetz ist beachtlich bisweilen für uns etwas gewöhnungsbedürftig. Der deutsche Titel geht allerdings voll daneben: hier geht keiner getrennte Wege – alles bleibt so wie es ist.