Vento di terra

 I 2004
Drama 15.04.2005 82 min.
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Der 18-jährige Enzo lebt mit seiner Familie in einer Vorstadt von Neapel. Als sein Vater stirbt, muss er plötzlich erwachsen werden.

Der 18-jährige Enzo lebt mit seiner Familie in einer Vorstadt von Neapel. Als sein Vater stirbt, muss er plötzlich erwachsen werden. Entschlossen macht er sich an die Lösung von Problemen, mit denen er bisher noch nie konfrontiert war. Angesichts der vielen Obdachlosen, die ihm auf einer New York-Reise auffielen, beschäftigte den Regisseur die Frage: Was passiert eigentlich, wenn man völlig grund- und schuldlos von einem Schicksalsschlag getroffen wird, der die Existenz gefährdet?

Marra konstruiert seinen Film, indem er kurze Momente hernimmt und diese stets mit narrativen Überraschungen unterbricht. Zwischen diesen Sprüngen landen wir in Szenen, in denen Vincenzo dem Heer beitritt, seine Schwester besucht, die in eine andere Stadt gezogen ist, oder mit seiner Mutter in Kontakt tritt. Eines Tages findet sich Enzo im Kosovo wieder, wo er ein bestürzendes neues Kapitel seines Lebens beginnt. Von Anfang bis Ende lässt uns Marra rätseln, was schlussendlich mit dem Leben der Charaktere wohl geschehen mag. Und hinter all dem verbirgt sich ein subtiles politisches Statement darüber, dass es die Arbeiterklasse ist, die in den Kriegen, die andere anzetteln, kämpft. Marra zeigt uns einiges der Realität, die sich hinter diesem täuschend simplen Statement versteckt. (Piers Handling) In dieser Geschichte eines jungen Mannes aus mittelloser Familie, der alles unternimmt, um sie nach dem Tod des Vaters durchzubringen, steckt eine inszenatorische Präzision, die Marra als eines der wichtigsten Talente des jungen europäischen Kinos markiert. Seine Gabe, komplexe Gefühle und größere soziale Zusammenhänge erschöpfend zu konzentrieren, extrem viel in nur einer Sequenz, mit ganz wenigen Bildern zu erfassen, ist geradezu unheimlich. (Christoph Huber)

(Text: Viennale 2004)

Details

Vincenzo Pacilli (Enzo), Edoardo Melone (Bruno), Francesco Giuffrida (Luca), Giovanna Ribera (Marina), Vincenza Modica (Antonietta), Francesco Di Leva (Tarantino)
Vincenzo Marra
Mario Amura
Vincenzo Marra
Stadtkino

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • das ist einfach ein guter film
    gut gespielt (vorwiegend laiendarsteller), gut gemacht - still, sparsam und derart intensiv, dass er einem lange nicht mehr aus dem kopf und herzen geht.