VIS 13: Eröffnung

 
Kurzfilm 
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Mit einem außergewöhnlichen Musikvideo für den brasilianischen Elektroniker Amon Tobin zum Auftakt laden wir zu insgesamt zehn Kurzfilmen, die einen Einblick in die verschiedenen Sektionen des Festivals ermöglichen. Und in diesem Jahr haben wir auch einige große Namen im Gepäck: Mit Apichatpong Weerasethakul (Sakda) präsentieren wir ebenso einen Cannes-Gewinner wie mit Rezan Yesilbas, der mit Sessiz (Silent) die Kurzfilmjury überzeugte. Zum Abschluss des ersten Blocks zündet Andrew Thomas Huang mit Solipsist ein surreales visuelles Feuerwerk. Der zweite Programmteil wird vom diesjährigen Ehrengast David OReilly eröffnet, dessen absurde animierte Welten auch den Boden für Lucrecia Martels roboterhafte Frauen in Muta bereiten. Tom Waits erzählt anschließend A Brief History of John Baldessari, bevor Johann Lurfs ruhige 16mm-Arbeit Picture Perfect Pyramid ein Vösendorfer Spezifikum betrachtet. Zum Abschluss entführt ein Klassiker nach Paris: Claude Lelouchs Adrenalin-Gewitter C'etait un rendez-vous (1976) muss man einfach im Kino erlebt haben!

Piece of Paper
Spanien, Großbritannien / 2011 / 2,5 min / kein Dialog / Österreich-Premiere
Mechanische Strukturen, die sich symmetrisch auffalten, von geometrischen Figuren gebrochen, gleichsam als komplexe Einladung in das Eröffnungsprogramm: Der spanische Künstler Joan Guasch gestaltete den surreal-erhabenen Auftakt zu den ungewöhnlichen Sounds von Amon Tobin.
Regie: Joan Guasch

Sakda
Schweiz, Thailand / 2012 / 6 min / Thai mit engl. UT / Österreich-Premiere
Ein Nebenprojekt von Mekong Hotel zu Ehren des romantischen Philosophen Jean-Jacques Rousseau: Im atmosphärischen Setting am Ufer des Mekong flüstert ein Mann in ein Mikrofon, später in einen Recorder, daneben wird leise Gitarre gespielt. Eine träumerische, improvisierte Antiperformance.
Regie: Apichatpong Weerasethakul

Sessiz / Bé Deng
SILENT
Türkei / 2011 / 14 min / Türkisch mit engl. UT / Österreich-Premiere
Südostanatolien im Jahr 1984: Die Kurdin Zeynep will ihren Mann im Gefängnis besuchen und ihm neue Schuhe bringen - doch Mitbringsel sind hier ebenso wenig erlaubt wie die kurdische Sprache. Mit dem intensiven zweiten Teil seiner Trilogie gewann Ye?ilba? die Goldene Palme in Cannes.
Regie: L. Rezan Ye?ilba?

Solipsist
USA / 2012 / 10 min / kein Dialog / Österreich-Premiere
Gemäß dem Solipsismus können wir nur wissen, was in unserem eigenen Bewusstsein ist. Bei Huang verschmelzen die Charaktere, verbinden sich die Körper und Elemente in experimentellem Design zu einer Art kollektivem Bewusstsein - farbenreich, fantasievoll, atemberaubend, surreal.
Regie: Andrew Thomas Huang

????? + WOFL 2106
Irland / 2009 + 2004 / 1 + 3 min / Österreich-Premiere
Tod und Erleuchtung, Bedrohung und Pathos: In ????? entwirft OReilly eine fragmentarisch-pointierte Parabel über kulturelle Gleichschaltung. Und im frühen WOFL 2106 findet ein junger Wolf seine tote Mutter, um sie anschließend höheren Mächten zu überantworten. Verstörend.
Regie: David OReilly

Muta
Italien, Argentinien, Paraguay / 2011 / 6,5 min / kein Dialog / Österreich-Premiere
Ein Schiff im tropischen Meer, an Bord nur eine Menge eleganter Frauen, die sich insektengleich bewegen und über ihre Wimpern und mittels Vibrationen kommunizieren. Martels Auftragswerk für das Label Miu Miu ist kryptisch und irritierend, ein zeitgenössischer Film Noir mit Horroranklängen.
Regie: Lucrecia Martel

A Brief History of John Baldessari
USA / 2012 / 6 min / Engl. / Österreich-Premiere
Tom Waits als Off-Sprecher und John Baldessari, the godfather of conceptual art, treten in dieser Hochgeschwindigkeitsdoku in einen medialen Dialog: Herausgekommen ist eine kurzweilige Collage, die sich in jeder Hinsicht an Baldessaris Motto "I will not make any more boring art" hält.
Regie: Henry Joost, Ariel Schulman

Picture Perfect Pyramid
Österreich / 2013 / 6 min / kein Dialog / Weltpremiere
Einst diente die Pyramide Vösendorf als Schwimmbad, heute ist der quasi omnipräsente Komplex ein Ort für Unterhaltung im weitesten Sinne. Lurf nähert sich der Pyramide strukturell, indem er sie in gegenläufigen Spiralen umkreist und einmal pro Stunde filmt. Eine Ortserkundung auf 16 mm.
Regie: Johann Lurf

C'etait un rendez-vous
Frankreich / 1976 / 9 min / 35 mm / kein Dialog / Revival
Zum Abschluss der Eröffnung gibt es einen Klassiker, den man einfach auf Leinwand gesehen haben muss: Lelouchs halsbrecherische Jagd durch Paris an einem Sonntagmorgen im August, ein legendärer Adrenalinrausch, ohne Schnitt und mit Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 200 km/h.
Regie: Claude Lelouch

Kritiken

Kinoprogramm

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