Volveras

 Spanien/Mexiko 2002

Volverás

Drama 98 min.
film.at poster

Die Begegnung mit einem Menschen, der das eigene Leben ins Wanken bringt, wäre der geeignete Stoff für einen Psychothriller, doch Volverás nähert sich seiner Thematik auf zurückhaltende Weise: Er erzählt die Geschichte des Studenten Ignacio, der im Hause seiner Eltern lebt und mit einer Studienkollegin liiert ist. Mit der Wahl seines Studiums tritt er in die Fußstapfen seines Vaters, und in wenigen Tagen wird er nach L.A. fliegen, wo er ein Stipendium antreten soll. Doch Ignacio scheint selbst nicht sicher zu sein, ob er mit all dem zufrieden ist. Als er eines Abends seinen älteren Bruder Carlos nach Jahren wiedersieht, beginnt sich sein Leben von Grund auf zu verändern. Carlos ist Spieler und hat enorme Schulden angehäuft. Seine Frau hat ihn verlassen, und doch kommt er immer wieder zu ihr, weil er sonst niemanden hat. Ignacio bietet ihm Hilfe an, und schon bald taucht er in Carlos Welt ein, begleitet ihn zum Kartenspielen in schäbige Hinterzimmer, lässt sich zu Gaunereien überreden, wird in Schlägereien verwickelt und schläft mit seiner Frau. Die Handkamera, die den Protagonisten durch das nächtliche Barcelona folgt, vermittelt dabei das Gefühl von Haltlosigkeit, das Ignacio in den letzten Tagen vor seiner Abreise erlebt. Er entfernt sich zunehmend von seinem alten Leben, macht die Nacht zum Tag und verliert jegliches Zeitgefühl. Als Carlos jedoch beginnt, sich in sein Leben einzumischen, wird sich Ignacio der Tatsache bewusst, dass sein Bruder auch das Leben nur als ein Spiel begreift, in dem es für ihn nicht mehr viel zu verlieren gibt. Er weiß nicht, ob er seinem Bruder vertrauen kann, und ist trotz seiner Zweifel schon zu weit gegangen. Trotz der Dramatik der Geschichte behält Volverás einen alltäglichen Gestus bei, Konfrontationen werden nicht ganz ausgespielt, viele Konflikte nur angedeutet. Die Figuren bleiben durchwegs ambivalent, und auch auf moralische Aussagen wird verzichtet, denn schließlich ist es sein Bruder, der Ignacio daran erinnert, wer er einmal war. (Aki Beckmann)

Details

Tristán Ulloa (Carlos), Unax Ugalde (Ignacio), Joana Rañé (Claudia), Elizabeth Cervantes (Marta), Hermann Bonnin (Vater), Margarita Minguillón (Mutter)
Antonio Chavarrías
Javier Navarrete
Guillermo Granillo
Antonio Chavarrías nach einer Vorlage von Francisco Casavella

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