Die Rückkehr

 RUS 2003

vozvrashcheniye

Drama 115 min.
8.00
film.at poster

Nach zwölf Jahren der Abwesenheit kehrt der Vater von Iwan und Andrej in sein kleines russisches Heimatdorf zurück.

Die Brüder Ivan und Andrej leben mit ihrer Mutter und Großmutter in einer russischen Provinzstadt. Nichts scheint ihnen zu fehlen. Doch plötzlich taucht nach zehn Jahren Abwesenheit ihr Vater wieder auf. Ivan und Andrej wissen weder, was er in dieser Zeit getan hat, noch, wo er gewesen ist, sie kennen ihn nur von einem Foto. Der ältere Andrej ist von diesem wortkargen und rätselhaften Mann sofort fasziniert, verzweifelt ringt er um seine Anerkennung. Ivan jedoch bleibt der Vater fremd und unheimlich. Es fällt ihm sogar schwer, Vater zu ihm zu sagen. Ein Verbrecher, ein Mörder könnte er sein, meint Ivan. Woher kommt er? Was hat er in der Vergangenheit getan? Dieser hüllt sich jedoch in Schweigen und nimmt die Kinder mit auf eine Reise durch die wilde Schönheit einer nordrussischen Seenlandschaft. Das anfangs unterhaltsame Abenteuer entwickelt sich mehr und mehr zu einem Härtetest. Immer wieder stellt der Vater die Söhne vor Bewährungsproben, werden die Buben mit Situationen konfrontiert, denen sie nicht gewachsen zu sein scheinen. Der Vater stellt die Widerstandskraft der Söhne rücksichtslos auf die Probe - ein Konflikt ist vorprogrammiert. Am Ziel der Reise, einer unbewohnten Insel, gräbt der Vater eine Blechkiste aus - ganz offensichtlich der Grund dieser Tour. Doch welche Bedeutung dieser Gegenstand haben könnte, bleibt so offen wie die Frage nach der Natur dieses Mannes, in dessen Gesicht bei aller Härte und Undurchdringlichkeit manchmal auch ein liebevoller Blick aufzuleuchten scheint. Andrej Zvyaginzev knüpft auf den ersten Blick an das große russische Autorenkino an. Mit seiner symbolischen Schwere, seinen mythischen Aufladungen, seiner Strenge und Intensität. Dass Zvyaginzev dennoch daran liegt, sich ein neues Terrain zu erschließen, erkennt man an der eigenwilligen Mischung aus Präzision und Leichtigkeit, mit der er sich ans Werk macht. Und die erinnert wiederum mehr an Filme von Jacques Doillon als an die von Andrej Tarkovsky. Zvyaginzevs minimalistische Bilder aus Wind und Regen, Autofahrt und Staub sowie die erzählerische Eleganz verteilen Bedeutungsüberschüsse diskret in den Hintergrund. (Birgit Glombitza)

(Text: Viennale 2007)

Details

Konstantin Lavronjenko (Vater), Vladimir Garin (Andrej), Ivan Dobronravov (Ivan), Natalya Vdovina (Mutter), Galina Petrova (Großmutter)
Andrej Zvyaginzev
Andrej Dergatschev
Michail Kritschman
Vladimir Moisejenko, Alexander Novotozky

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