Weißer Oleander

 USA 2002

White Oleander

Drama 109 min.
7.20
Weißer Oleander

Michelle Pfeiffer und Renée Zellweger in einem Schicksalsdrama, das auf dem Bestsellerroman von Janet Fitch basiert

Als die exzentrische Künstlerin Ingrid (Michelle Pfeiffer) erfährt, dass ihr Lebensgefährte Barry sie verlassen will, dreht sie durch: Sie vergiftet den Geliebten mit einem tödlichen Oleander-Extrakt. Hauptleidtragende dieses Verbrechens aus Leidenschaft ist ihre Tochter Astrid (Alison Lohman), die nach der Inhaftierung der Mutter die typische Karriere eines Waisenkindes antritt: Halt- und orientierungslos wird die 15-Jährige von einer Pflegefamilie zur nächsten weitergereicht. Erst unter der liebevollen Obhut der unglücklich verheirateten Claire (Renée Zellweger) findet Astrid die Kraft und Reife, sich aus dem Schatten der übermächtigen Mutter zu befreien, die sogar vom Gefängnis aus mit Argusaugen über die Entwicklung ihrer Tochter wacht...

Regisseur Peter Kosminsky engagierte für sein behutsam inszeniertes Schicksalsdrama, das auf dem gleichnamigen Bestsellerroman von Janet Fitch basiert, mit Michelle Pfeiffer, Robin Wright Penn und Renée Zellweger einige der zur Zeit begehrtesten Hollywood-Darstellerinnen. Für die hinreißende, perfekt zwischen vager Unsicherheit und introvertierter Festigkeit changierende Alison Lohman in der Rolle der jungen Astrid dürfte WEISSER OLEANDER den Auftakt zu einer großen Schauspielkarriere darstellen.

Details

Michelle Pfeiffer, Robin Wright Penn, Renée Zellweger, Alison Lohman u.a.
Peter Kosminsky
Janet Fitch

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Traurig, unglaublich gut gespielt, spitzen Story, einfach super, gut gemacht
    WeiSSer Oleander



    INGRID MAGNUSSEN ( Michelle Pfeiffer ) ist eine sehr bekannte Künstlerin in L.A. Sie hat genügend Geld, sie hat ein Kind, die 15 Jährige ASTRID, sie macht sehr viele Ausstellungen, sie zeichnet gut, und versucht Ihrer Tochter die Härte des Lebens beizubringen. Lasse dich nie von einem Mann unterdrücken, zeige niemanden dein wahres Gesicht, und ich bin deine einzige Familie, sind die Worte die sie ASTRID mitteilt. Eines Tages kommt ASTRID heim, und sieht wie Ihre Mutter in Handschellen aus dem Haus geführt wird. Sie soll Ihren Freund BARRY KOLKER ermordet haben. ASTRID glaubt es nicht, für sie geht eine Welt in Brücke, sie war immer das gut behütete Muttermädchen das fast alles hatte. BARRY und INGRID haben nur gestritten die letzten Monate. Das Gericht stellt INGRID die Möglichkeit 35 Jahre in ein Hochsicherheitsgefängnis zu wandern. ASTRID wird bei einer Pflegemutter untergebracht. Die Ex Stripperin STARR THOMAS ( Robin Wright Penn ) die streng gläubig ist und mit einem verheiratetem Mann Sex hat den sie heiraten will. Mitten in der Wüste nahe L.A. lebt STARR mit 3 Pflegekindern. Eigene waren Ihr nie beschieden. Sie freundet sich ein bisschen zu intensiv mit RAY an, dem Freund von STARR. DAVEY, dem 7 jährigen Pflegekind von STARR gesteht sie am Tod von BARRY mitschuldig zu sein. 6 Monate dauert es, bis sie die Mutter im Knast besucht, und schon streiten sie sich. INGRID meint, das STARR böse ist, das ASTRID hätte sich nicht taufen lassen sollen, und das die ganze kirchliche Herumtuerei eine böse Sache für ASTRID sei die schlecht ausgehe. ASTRID und RAY kommen sich sehr nahe, zu nahe, und eines Abends als STARR besoffen ist wie immer, schießt sie auf ASTRID und verfehlt sie nur ganz kurz. Fast wäre sie tot. Gesundet kommt sie ins Heim, McKinney Hall. Ein Horror für sie. Schlägereien sind an der Tagesordnung. Sie freundet sich mit dem Comiczeichner PAUL TROUT an, den sie zurückweist. Entgeht einer Schlägerei und schneidet sich die Haare ab, sie hatte hüftlanges blondes Haar. Im Knast die Mutter besuchend schwärmt sie von PAUL, doch INGRID warnt sie vor Einsamkeit, und das sie sich nicht zuviel an ihn hängt. Wieder kommt sie in eine Pflegefamilie, zu CLAIRE RICHARD ( Renee Zellweger ) die eine mittelklassemässige Schauspielerin ist, deren Mann MARK dauernd weg ist, und sie ist eifersüchtig auf ihn. CLAIRE und ASTRID kommen sich auf einer sehr schönen Ebene nahe. CLAIRE ist süchtig nach Zuneigung und ASTRID auch. Im Gefängnis warnt sie Mutter, und hat Kontakt mit CLAIRE, ohne das ASTRID es weiß. Sie hasst die Mutter um so mehr, als CLAIRE Selbstmord begeht. Sie hat mit INGRID gesprochen, sie ist schuld am Tod von CLAIRE, dem einzigen Menschen der ASTRID lieb gehabt hat. Fortan hat sie nur noch Hass für die Mutter, die aber wiederum ASTRID immer mehr vermisst. Manipulationen sind die Erklärung für Ingrids Verhalten. Die Hölle geht jedoch weiter.
    Zuerst mal muß ich sagen das ich wahrscheinlich den Film nicht objektiv bewerten kann, da ich Michelle Pfeiffer Fan bin, also habe ich eine Lösung gefunden, und ich diktiere einfach wem anderen was der schreiben soll, aber einhändig. Nun mal zur Kritik zum Film. Er dauert 110 Minuten, er ist wahrscheinlich der beste Film der letzten Jahre, 80 x besser, als 100 der letzten Filme bis auf 5 Ausnahmen, die ich gesehen habe.
    Der Film ist einfach spitze. Die Geschichte erinnert Kenner irgendwie an ¿ Verrückt / Schön ¿ oder
    ¿ Christiane F. ¿ Wir Kinder vom Bahnhof Zoo ¿ oder ¿ Familiensache ¿. Michelle spielt das typische Muttertier, das von unnötigen Hassgefühlen verfolgt wird, da sie eine mehr als schwierige Jugend durchgemacht hat, näheres erfährt man im Film. Sie alleine, und auch Ihre Tochter, aber hauptsächlich sie bewahrt auf unglaubliche Minenspielweise den Film davor, irgendwie in irgendeiner Art in Kitsch abzurutschen, und das wäre schlimm. Nein das tut der

    Re: Traurig, unglaublich gut gespielt, spitzen Story, einfach super, gut gemacht
    Nein das tut der Film nicht. Im Gegenteil, das ganze ist eine sehr ernste Angelegenheit. Es geht nicht nur um 1. Liebe, Sex, und Erfahrungen mit Männern, von einem Jungen verstörten Mädchen, sondern es geht vor allem um die pathologische Zuneigung von Mutter zu Tochter. Da ist auf einer Seite eine Art Gottheit, die Hannibal Lector fast Konkurrenz machen könnte, und auf der anderen Seite das Unwissen, die ewige Suche nach der Gottheit. Ihre Tochter. So gesehen ist das eigentlich ein Frauenfilm, darum hat mich meine Freundin mitgenommen, nicht gegen meinen Willen. Ein Mädchen leidet, hat keinen Vater, sehnt sich nach Zuneigung, die Mutter bratet 35 Jahre im Gefängnis, und während andere Sandkastenspiele machen, macht sie mit Ihrer Mutter Abhandlungen über Klimt und Schiele.
    Ihre Tochter ein Newcomerin, man begleitet sie auf dem Weg, von Ihrem 14. bis ins 19. Lebensjahr. Sie ist eine sehr gute Schauspielerin, jung und unverdorben vom Hollywoodkitsch. Ihre Rolle paßt Ihr auch gut, es wird nicht viel abverlangt, kein besonderes Mimikspiel, halt das was Teenager am besten können, so sein wie sie sind, wenn sie Probleme haben, und das kann dieses Mädel sehr gut machen, als wäre der ganze Film echt, als würde sie Ihr Leben einer Zeitung erzählen damit sie Ihre Geschichte abdrucken. Schade war nur eines, das ein bisschen Trauer, Weltschmerz und ein paar Tränen zu einem Konglomerat von ¿ Wie sehe ich am besten drein wenn ich das und das fühle ? ¿ leicht anliegenden Szenen geworden ist, und somit auch wiederum nichts besonderes bietet. Aber wenn man sich einfach nicht auf die Einzelheiten sondern um die Gesamtgeschichte kümmert, dann sitzt man im Kino, heult wie ein Schlosshund, schnäuzt sich im BH seiner Freundin, kriegt von dessen 3 händigen männlichen Begleiter eine gescheuert, merkt das es eigentlich eine außerirdische Lebensform ist, die sich im Kino ansieht wie man am besten die Welt beherrscht, und heult einfach weiter, weil die Ohrfeige so weh tat. Männer sind in diesem Film Nebensache, das ist aber egal, das sind sie ja teilweise im wirklichen Leben ja auch, und darum hat es in dem Film gut gepasst. Was mir auch gefehlt hat, ist das ein wirkliches Tatmotiv entwickelt wird, das man rausfindet, wieso sie das gemacht hat, was das Geheimnis dahinter ist, falls es eines gibt. Man hat es leider nicht gespürt, und das ist wieder ein Kritikpunkt nicht zu Gunsten der Regie, den die hat verabsäumt, eine gewisse knisternde Spannung reinzubringen, sondern hat eher versucht ein gewisses weibliches Level in der Erzählweise aufrecht zu erhalten, und weiter geht¿s nicht mehr. Warum heißt der Film Oleander ? Weil er wenn man ihn in Milch taucht giftig wird ? Oder weil er im alten Griechenland ne Grabbeigabe war ? Ich kam nicht drauf. Trotzdem ist der Film eine feinfühlige und sehr gut ausgeführte Charakterstudie die seinesgleichen nicht oft findet. Ein Film der sehr unter die Haut geht wo auch die Geschichte sehr gut ist, und nicht erst durch Hollywoodschauspieler aufrechterhalten wird. Ein Film der sehr ruhig ist, wo sicher sehr viel fehlt, mit einem Thema für einen 3 Stunden Film, wo man eigentlich hätte mehr sehen können, und wollen, denn der Film ist in sehr vielen Dingen sehr kurz, das Thema sehr umfangreich, und man hat einige unbeantwortete Fragen zu Ende. Aber das wie gesagt ist wohl etwas das man in Kauf nehmen muß. Der Film lebt von 4 brillanten Schauspielerinnen, und einer verdammt guten Geschichte, die wirklich nicht alltäglich ist und vor allem eines ist, sehr traurig.

    Ein Film der sicher nicht nur Frauen gefällt, sicher auch einigen Männern, und vor allem ein Film in dem man ruhig rausgeht, nachdem er zu Ende war, wo man darüber diskutieren kann, und nicht sich fragt, wieso hat der eine A, oder B gesagt, und wieso war das eine Auge weiß oder blau, sondern ein Film der die lang verlorenen Gehirnzellen wieder mal anregt, die in d

    Re: Re: Traurig, unglaublich gut gespielt, spitzen Story, einfach super, gut gemacht
    Ein Film der sicher nicht nur Frauen gefällt, sicher auch einigen Männern, und vor allem ein Film in dem man ruhig rausgeht, nachdem er zu Ende war, wo man darüber diskutieren kann, und nicht sich fragt, wieso hat der eine A, oder B gesagt, und wieso war das eine Auge weiß oder blau, sondern ein Film der die lang verlorenen Gehirnzellen wieder mal anregt, die in der letzten Zeit durch übermäßigen Filmgenuss verloren gegangen sind.

    91,11 von 100

  • DURCH UND DURCH GENIAL
    das ist der beste film den ich je gesehen habe, zumindest was die schauspielerische leistung betrifft.
    wirklich extrem gut.
    auf jeden fall anschauen.

  • bewegend !
    "Weisser Oleander" ist die Geschichte eines Mädchens auf der Suche nach ihrer eigenen Identität.
    Das Leben meint es nicht gut mit der jungen Astrid (Alison Lohman). Sie wächst ganz ohne Vater auf, und ihre Mutter Ingrid (Michelle Pfeiffer) ist zu dominant und vergißt zudem oft auf sie. Dessen nicht genug, kommt Ingrid wegen Mordes hinter Gitter.
    Für Astrid begginnt ein völlig neuer Abschnitt, doch es erweist sich nichts so einfach wie es sein soll. Das Mädchen begibt sich auf einen steinigen Weg, der viele schmerzvolle Erfahrungen in sich birgt.

    Kosminsky's überraschend gelungenes Drama glänzt durch nahezu ausnahmslos grandiose schauspielerische Leistungen (hervorzuheben ist Michelle Pfeiffer !!!), die den verschiedenen Charakteren enorm viel Substanz verleihen !
    Auch die Kameraführung, obgleich ihrer bewegten Technik, vermag zu überzeugen.
    Wenn mich etwas gestöhrt hat, dann das "White Oleander" etwas kompakter sein könnte - es ist gut möglich, daß man zwischendurch kurz aus dem Film rauskippt.
    Alles in allem, hat mir der Streifen aber sehr gut gefallen. Sehr empfehlenswert !

  • Ein Film der unter die Haut geht
    Absolut empfehlenswerter Film. Geht zu Herzen. Ist meiner Meinung nach kein Frauenfilm. Es geht einfach darum, wie schmerzhaft es sein kann erwachsen zu werden und erkennen zu müssen, dass unsere Eltern nicht die perfekten Menschen sind. Auch haben sie nicht immer das Beste für ihre Kinder im Sinn.

  • VOM WACHSEN UND ERWACHSEN WERDEN
    Der Film hätte ein Meisterwerk werden können. Ein Film, der die Gedanken und Gefühle des Wesens Frau eindringlich beschreibt. Ein Film, der seine Verhaltensweisen konkret erklärt, und nicht als gegeben ansieht. Ein Film, der den Frauen im Publikum eine Möglichkeit bietet und die Männer, ob der Intensität ihrer Handlungen, diese verstehen lässt. Ein Film, wie es THELMA UND LOUISE Anfang der 90er Jahre war. Doch es bleibt beim hätte, denn die Romanadaption steht hinter ihren Erwartungen zurück.

    Eines der ersten Bilder zeigt die Stadt Los Angeles, mit seinen tausenden Lichtern wie ein Sternenmeer auf dem Boden. Wir stehen auf dem Dach eines Hauses und blicken in die Weite, der laue Abendwind Kaliforniens fährt uns durchs Haar und es ist ruhig.
    Über diesen Eindrücken liegt die Erzählung eines jungen Mädchens: Astrid, 12 Jahre alt. Sie beschreibt in kurzen Zügen den Charakter ihrer Mutter Ingrid, dem der ihre ebenbürtig scheint. Ingrid ist Künstlerin und durch ihre eigenwillige Erziehung hat sie Astrid zu einem Abbild von sich selbst geschaffen. Während sie ihre Tochter in eine Rolle drängt und dabei von Freiheit spricht, möchte Astrid nur, dass ihre Mutter zum Elternabend in der Schule erscheint.

    Ihr Leben gleicht einer heilen Welt, die mit dem Tag der Inhaftierung und Verurteilung Ingrids ein jähes Ende findet. Von nun an besteht Astrids Leben aus einer Odyssee durch kaputte Pflegefamilien, vorbei an gewalttätigen Übergriffen im Jugendheim, weiteren Pflegefamilien. Für sie scheint es keinen Platz zu geben, an den sie auch wirklich passen würde.

    WEISSER OLEANDER lebt von seinen Frauen, allen voran Alison Lohman als Astrid. In liebevoller Form zeichnet sie den Weg des Erwachsenwerdens nach, die Loslösung von der Mutter, die zunehmende Reife des Alters. Mit 15 hat sie mehr erlebt als viele Mädchen desselben Alters und doch ist noch nicht alles ausgestanden. Sie hat nicht einmal annähernd das gesehen, was noch auf sie zukommen wird.
    In etwa den selben Reifungsprozess macht auch Michelle Pfeiffer als Astrids Mutter durch. Versucht sie zuerst auch aus dem Gefängnis heraus, das Leben ihrer Tochter zu bestimmen, so entwächst ihr der Gedanke, Astrid ein Leben lang an sie zu binden. Denn dies erreicht sie nicht, indem sie ihrer Tochter Vorschriften setzt, sondern indem sie ihr das Leben leben lässt, wie Astrid es für nötig hält.

    Sind auch die Nebenrollen großartig besetzt, so hadert der Film an der übertrieben wirkenden Dramaturgie. Das Jugendheim gleicht einer Anstalt für jugendliche Straftäter. Es scheint fast so, als wäre dies beabsichtigt, um das eingezäunte Leben von Mutter und Tochter mehr zu unterstreichen. Vielleicht sehen Jugendheime aber auch nur genauso aus.
    Hört man dann in emotionellen Passagen dann auch noch One-Liner wie "Fuck My Redemption", so wähnt man sich ob der aufblitzenden Albernheit in einem Schwarzenegger-Movie. Wo bleibt denn da das Drama?

    Das Drama liegt klar auf der Hand. Es ist die Verbindung zwischen Mutter und Tochter. Oder besser gesagt, die Suche Astrids nach einer Ersatzmutter, während ihre eigene, quasi in der Hölle schmort. (Mit einer Zellengenossin, deren Wortschatz nur aus 25 Wörtern besteht.) So sehr sich Astrid auch nach einem neuen Leben sehnt, es dauert lange, bis sie dahin kommt. Für sie zu lange. Für uns nur 110 Minuten.

    Re: VOM WACHSEN UND ERWACHSEN WERDEN
    hab den film noch nicht gesehen, werde ihn mir aber sicher anschauen. wollte nur sagen dass dein kommentar echt toll ist!