Wenn die Kraniche ziehen

 UdSSR 1957

Letjat shurawli

Drama, Kriegsfilm / Antikriegsfilm 97 min.
8.20
Wenn die Kraniche ziehen

Zum ersten Mal im sowjetischen Kino steht das individuelle Leid, das der Krieg verursacht, im Mittelpunkt eines Filmes.

Der zweite Weltkrieg zerreisst die Liebe zwischen Veronica und Boris. Während Boris in den Krieg zieht, wird sie von dessen Bruder verführt, heiratet ihn und versucht während einer andauernden Reihe von Schicksalsschlägen ihr Leben wiederaufzubauen.

Der vielfach preisgekrönte Film
verdankt seinen internationalen Erfolg sowohl der ungewohnten Dichte der Bilder und
herausragenden Kameraarbeit, als auch der unpathetischen Schilderung des Krieges. Dem Geist des
politischen Tauwetters entsprechend stand erstmals das individuelle Leid, das der Krieg über die
Menschen brachte, im Mittelpunkt.

Details

Tatjana Samoflowa, Alexeh Batalow, Wassilij Merkurjew,Alexander Sworin ua.
Michail Kalatosow
Moisej Wajnberg
Sergej Urussewskij
Viktor Rosow

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken

  • Eichhörnchen und Boris
    Es ist eine traurig-schöne Liebesgeschichte aus dem 2. Weltkrieg und somit auch ein Anti-Kriegsfilm. Wir sehen den unvereinbaren Gegensatz zwischen großer Liebe und großem Krieg. Mit fast kindlicher Leichtigkeit inszenierte Kalatosow den Beginn dieses Dramas, das er in überschäumendem Jubel über den Sieg gegen Hitler-Deutschland ausklingen lässt. Das Ende sieht zwar ein wenig nach sozialistischer Filmkunst aus, aber was vorher kameratechnisch und von der Bildgestaltung her zu sehen war, beeindruckt immer noch und wurde in den 50er Jahren in Cannes zurecht ausgezeichnet. Dieser poetische Realismus schildert auch ein zeitloses Phänomen: es ist das Erwachsenwerden in einer kriegerischen Umgebung. Die Story wird untermauert von Symbolen aus der Tierwelt (ihr Kosename, ein Kinderlied, der Titel). Beeindruckend werden optische und akustische Parallelen hergestellt: ein Klavierkonzert neben Sirenengeheul und Bombenangriffen. Ein Klassiker des Films, den man gesehen haben muss!
    Fachleute können sich immer noch etwas abschauen und normale Zuschauer können sich einfach ergreifen lassen.

  • Korrektur!
    An der wunderschönen Beschreibung des Filmes gibt es nur eine Sache auszusetzen und zwar heiratet Weronika Mark-Boris seinen Bruder und nicht seinen Cousin. Ich glaube dieses Detail bringt einen großen Unterschied mit sich, wenn man den Film im Ganzen betrachtet.