"What happened to Monday?": Ein Wochentagsmädchen ist weg

Einhorn

Tommy Wirkola ist ein Mann mit lebhafter Phantasie: in seiner skandinavischen Heimat hat er zombifizierte Nazis aus einem Schneegrab wiederauferstehen lassen und bei seiner ersten amerikanischen Produktion musste sich das kampfsporterprobte Duo Hänsel und Gretel mit Hexen herumgeschlagen. Dass wir in seinem nächsten Film jedoch Noomi Rapace gleich in siebenfacher Ausführung zu sehen bekommen, übersteigt wohl selbst die kühnsten Wunschträume der Fans dieser Schauspielerin.

Ein Kind für jeden Wochentag

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Für dieses multiple Auftreten gibt es jedoch einen guten Grund, denn Zwillingsschwestern schauen sich nun mal ähnlich. Dummerweise sind aber in einer Welt der nahen Zukunft auf Grund von Ressourcenknappheit nur noch Ein-Kind-Familien erlaubt. Daher hat sich der siebenfache Großvater ( Willem Dafoe) einen Trick einfallen lassen, um die Behörden zu hintergehen: die Töchter dürfen reihum nur jeweils an einem bestimmten Wochentag die Wohnung verlassen, damit der Eindruck entsteht, es wäre stets ein und dieselbe Person, die da unterwegs ist. Und damit sie nicht durcheinanderkommen, wurde jede der Sieben praktischerweise gleich auf den Namen „ihres“ Wochentags getauft. Das geht 30 Jahre lang gut, doch dann kehrt eines Montags Monday nicht mehr aus der Arbeit zurück und ihre zunehmend beunruhigten Schwestern starten eine Suchaktion.

Blutige Action

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Ein leichtes Unterfangen wird das bei diesem Regisseur bestimmt nicht. Stattdessen muss man mit blutigen Kampfszenen rechnen, aber auch abgeschnittene Fingerkuppen und entfernte Augäpfel spielen eine besondere Rolle. Ansonsten hat die kluge ersonnene Geschichte ein paar unerwartete Wendungen aufzuweisen, die bestimmt keinen Zuschauer kalt lassen werden. Etwas weniger Körpereinsatz wäre allerdings zu begrüßen gewesen, da die Handlung durch übertriebene und zunehmend ausufernde Action beeinträchtigt wird.

Siebenfache Perfektion

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Rapace schafft es jedenfalls tatsächlich, die zahlreichen Schwestern als unterschiedliche Charaktere vor uns – meist gleichzeitig - auftreten zu lassen; und wenn jemand gleich eine siebenfache Rolle übernommen hat, bleibt für die anderen Darsteller nicht mehr viel zu tun, sollte man meinen. Doch abgesehen von Willem Defoe wird die repetitive Besetzung auch durch Glenn Close aufgewertet: sie spielt eine ambitionierte Ärztin, deren angeblich menschenfreundliches Programm gegen Überbevölkerung ihr auch einen Platz in der Politik verschaffen soll.

Große Vorbilder

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Diese durchaus ambitionierte Produktion, an der vor und hinter der Kamera echte Profis beteiligt waren, reicht an die großen Vorbilder wie „Blade Runner“ oder „Total Recall“ natürlich nicht heran, braucht sich aber dennoch keineswegs zu verstecken. Tatsächlich wirkt der Film so, als wäre auch er nach einer Geschichte des genialen Sci-Fi-Autors Philip K. Dick entstanden. „What happened to Monday?“ ist somit nicht nur für all jene empfehlenswert, die sich an Noomi Rapace einfach nicht sattsehen können.

7 von 10 identischen Einheitspunkten

franco schedl

What Happened to Monday?

What Happened to Monday?

GB/USA/F/B 2017

Seven Sisters

Thriller, Science Fiction
12.10.2017
Tommy Wirkola
In einer überbevölkerten Welt ist die Zahl der Kinder pro Familie auf eines eingeschränkt, doch ein Vater zieht sieben Zwillingschwestern auf und täuscht die Behörden.
6.90

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