Willkommen in Amerika

 USA/CAN 2009

Amreeka

Drama 92 min.
7.10
Willkommen in Amerika

Die Bankangestellte Muna wandert mit ihrem Sohn nach Amerika aus, doch der Zeitpunkt ihrer Ankunft fällt mit der US-Invasion im Irak zusammen.

Die Bankangestellte Muna und ihr Sohn Fadi sind christliche Palästinenser und leben in Bethlehem. Dass die üppige Muna geschieden ist, weil ihr Mann sie für eine Jüngere mit Modelmaßen verlassen hat, macht sie zur Außenseiterin. Da trifft der Bescheid ein, dass sie bei einer Greencard-Lotterie das große Los gezogen hat! Mutter und Sohn wandern nach Illinois aus, wo Munas Schwester Raghda mit ihrer Familie lebt. Pech, dass der Zeitpunkt ihrer Ankunft mit der US-Invasion im Irak zusammenfällt und die Ressentiments gegen Araber einen Zenith erreicht haben. Ihre hohen Erwartungen müssen sie gehörig zurückschrauben, was jedoch nicht bedeutet, dass Muna und Fadi aufgeben ...

Details

Nisreen Faour, Melkar Muallem, Alia Shawkat, Hiam Abbass u.a.
Cherien Dabis
Kareem Roustom
Tobias Datum
Cherien Dabis

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

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    Der Beipackzettel deklariert den Film als ‘Tragikomödie‘. Die Komödie kommt etwas zu kurz, ist aber ansatzweise zu erahnen. Wie das Wortspiel bei der israelischen Grenzkontrolle, als der Soldat wissen will, was Mutter Muna beruflich macht (beeindruckend physisch präsent Nisreen Faour) und fragt ‘Occupation?‘ Antwort ‘Wir sind seit 40 Jahren besetzt.‘ Andererseits wird die Tragik von der Oberflächlichkeit oftmals glatt gebügelt. Vieles wird nur angedeutet und zwar optisch und auch verbal wie z.B. der Vergleich Fast Food und arabisches Essen. Und nur eine einzige Person zeigt Verständnis: Lehrer Novatzki (Joseph Ziegler). Und das geht im allgemeinen Trubel ebenso unter wie die Tatsache, dass Muna und ihr Sohn nicht einmal Moslems sind. (Nur ein Satz!) oder dass Novatzki Jude ist!
    Aber es gibt auch einige Pluspunkte: man versteht, warum Palästinenser auswandern wollen, obwohl sie in der ‘Neuen Welt‘ mit Vorurteilen konfrontiert werden, besonders nach dem Irak-Krieg. (‘Sind sie Araberin? Sprengen sie bloß nichts in die Luft.‘) Der Sohn Fadi (Melkar Muallem) wird in der Schule gemoppt, obwohl er sich über alle Maßen anpasst. Er kifft sogar. Als ihn Muna zur Rede stellt, sagt er ‘Wir leben in Amerika!‘ Antwort der Mutter ‘In meinem Haus lebst du in Palästina!‘ Auch die Folgen für die bereits seit langem ansässigen Verwandten – hier beeindruckt Tante Raghdar (arabischer Superstar Hiam Abbass) - werden kurz angedeutet. Doch das plötzliche hoffnungsfrohe Ende ist eine Feier mit Tanz und Gesang. Ist doch schön, oder?