Xianghuo (Incense)

 China 2003
Independent 90 min.
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Xianghuo handelt von einem jungen, unerfahrenen Mönch, der für einen kleinen buddhistischen Tempel verantwortlich und damit beschäftigt ist, Geld für die Renovierung seines Bethauses aufzutreiben. Die Odyssee führt ihn in die nächste Stadt, wo er immer tiefer in Schwierigkeiten gerät und am Ende sein mühsam gesammeltes Geld an die Polizei verliert. Wie Xianghuo das erzählt, ist eine feine, sensible, teils komische Geschichte vom ländlichen China und einem einfachen Leben, das manchmal ganz unübersichtlich und ziemlich kompliziert wird. Ning Hao folgt in seinem Film Schritt für Schritt seiner Hauptfigur, die sich im Lauf der Ereignisse gezwungen sieht, vom braven Mönch zum Betrüger zu werden: Er will, dass der Ort, an dem er lebt, durch eine neue Statue wieder zu einer Gebetsstätte wird und verliert paradoxerweise gerade darüber seinen Glauben. Mit viel Ironie erzählt Ning Hao von der unglücklichen Odyssee seines Helden, der praktisch jeder Versuchung am Wegesrand erliegt und durch seinen hilflosen Bemühungen, Geld aufzutreiben, in kürzester Zeit mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Chinas Wirtschaft hat spektakuläre Fortschritte gemacht. Der Lebensstandard der Leute hat sich verbessert, doch auf dem Weg in den bescheidenen Wohlstand haben sie ihre geistige Heimat verloren. Dem Mönch mag die Täuschung gelingen, die Buddha-Statue im Tempel zu rekonstruieren, doch der Buddha in seinem Inneren ist für immer verschwunden. Ich sehe den Mönch wie er zu einem unbestimmten Ort auf einer schneebedeckten Straße fährt; dieses Bild signalisiert seinen Aufbruch in eine ungewisse Zukunft. Der Film dokumentiert das alltägliche Leben der Menschen in der entlegenen Shanxi Provinz. Der Mönch ist dort nur einer von jenen, die nicht wirklich wissen, was mit ihrem Leben geschieht. (Ning Hao)

(Text: Viennale 2004)

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Li Quang (Bonze)
Hao Ning
Ning Hao
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