Zatoichi - Der blinde Samurai

 J 2003

Zatoichi

Drama, Abenteuer, Action 10.09.2004 116 min.
7.60
Zatoichi - Der blinde Samurai

Zatoichi ist ein Blinder auf Reisen, der sein Leben als Berufsspieler und Masseur verdient. Doch hinter Zatoichis bescheidenem Äußeren verbirgt sich ein unerschrockener Kämpfer

Japan im 19. Jahrhundert.
Hinter der bescheidenen Fassade des blinden Berufsspieler und Masseur Zatoichi versteckt sich ein meisterhafter Schwertkämpfer, der blitzschnell und mit unfassbarer Präzision zuschlägt.
Zatoichi lässt sich in einem kleinen Bergdorf nieder, in dem die Ginzo-Gang mit unerbittlicher Härte regiert. Kompromisslos beseitigen die Ginzo-Männer jeden, der sich ihnen in den Weg stellt - und das effektiver und blutiger denn je, seitdem der arbeitslose Samurai Hattori (Tadanobu Asano) als Leibwächter angestellt wurde. In einer Spielhölle lernen Zatoichi und sein vertrauenswürdiger junger Freund Shinkichi zwei Geishas kennen. O-Kinu und O-Sei sind auf der Suche nach dem Mörder ihres Vaters, dessen Tod sie rächen wollen. Der einzige Anhaltspunkt, den die raffinierten und überraschenden Geschwister haben, ist ein Name: Kuchinawa...
Bald schon eskaliert die Lage, und Zatoichi sieht sich gezwungen einzuschreiten. Und wo er die Klinge seines in einem Gehstock verborgenen Samuraischwerts aufblitzen lässt, werden keine Gefangenen gemacht. Schlechte Zeiten brechen an für die Ginzo-Gang...

Basierend auf einer Fernsehserie aus den 70er Jahren ist Kitano ein wahrhafter Säbel-Western gelungen. Zatoichi ist Takeshi Kitanos Antwort auf "Kill Bill" oder "The Last Samurai".

Details

Kitano Takeshi, Asano Tadanobu, Daike Yuko, Gatarukanaru Taka, Ishikura Saburo, Kishibe Ittoku, Natsukawa Yui, Ogusu Michiyo
Kitano Takeshi
Suzuki Keiichi
Yanagishima Katsumi
Kitano Takeshi nach einer Vorlage von Shimozawa Kan
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Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Samurai als Masseur
    Die Story an sich ist schlicht und clichéhaft, aber wie sie erzählt wird, ist schon interessant. Natürlich kämpft ein Samurai immer für die Schwachen und Benachteiligten und hier soll er auch noch blind sein… Die Kampfszenen mit den Schwertern erreichen oft Terence-Hill-und-Bud-Spencer Niveau. Wie so oft gibt es kein richtiges Happy End wie im europäischen Film, aber alles ist am Ende F.F.E. Und dann kommt auch noch ein philosophischer Nachschlag hinterher. Hauptdarsteller und Regisseur Takeshi Kitano sagt am Ende „Selbst mit weit geöffneten Augen sehe ich gar nichts.“ Nachdem also die Frage, ob Blinde oder Nicht-Blinde besser sehen geklärt ist, bleibt ja nur noch das Hören, und zwar das von Musik, zu der man dann am Ende nur noch tanzen kann. Im Gegensatz zu anderen Kitano-Filmen ist dieser Film eher eindimensional, aber nicht schlecht.

  • Kitanos Totentanz
    Um es vorwegzunehmen: Für die Fans von Takeshi Kitano - oder, wenn ihr korrekten Japanologen es so wollt: Kitano Takeshi - absolut empfehlenswert.
    Der Kitano-Touch - das Rauhe, der skurrile Humor, der Sarkasmus und Zynismus - findet sich wieder in dieser filmischen Wiederbelebung einer japanischen Filmfigur aus den 1960ern, nämlich dem blinden Krieger.
    Die Kampfszenen sind das Gegenmodell zu Tarantino: Dort - in KILL BILL - perfekte Choreografie, mit den schon gewohnen weiten Sprüngen und akrobatischen Einlagen, die vergessen machen, dass die Schauspieler dabei wie Marionetten an Schnüren hängen. Tarantinos Schwertkämpfe waren der ästhetische Gipfel, Höhe- und Endpunkt zugleich. Wer auf diese Art weitermacht, liefert nur eine Imitation. Besser kann es nicht werden. (Derzeit wird noch eine TV-Version der "Vier Musketiere" produziert, wo die Kampfszenen ebenfalls mit diesen Schnüren organisiert werden - es reicht langsam wirklich, man hat wieder Lust auf die ganz altmodischen Schlägereien und Kämpfe, wo die Schwerkraft noch ihre Wirkung entfaltete!)
    Dafür aber anders - wie hier bei Kitano: Die Kampfszenen sind von einer radikalen Strenge und Kürze, die kleinen, sichtlich digital eingefügten Blutspritzereien scheinen einen ironischen Kommentar zu den Tarantino'schen Fontänen zu liefern.
    Die Farben des Films: vor allem verschiedene Blau-Töne (darin an die Bilder von Hokusai erinnernd), gelegentlich Erdiges, und dies lässt das seltene Rot - das Blut oder ein Schirm - umso deutlicher hervortreten.
    Faszinierend ist dieser Film in seinem Pendeln zwischen Ruhe und Aktion, Leben und Tod. Ein Samuraifilm, aber beendet von einer ausgelassenen, irrwitzig anmutenden Musicalszene. Ein japanischer Totentanz. Großartig.

    Re:Kitanos Totentanz
    Tja. Ansichtssache - darüber läßt sich nicht streiten :)

    Ich habe nur den Trailer von Kill Bill gesehen und mir den Film deshalb nicht angesehen, weil ich Uma Thurman ihre Rolle und die Kämpfe nicht abnehmen konnte. Die perfekte Umsetzung der Technik ist für mich in Filmen wie Ying xiong (Hero), Silver Hawk oder anderen Honkgong-Filmen gegeben.

    Daß bei Zatoichi die Kampfszenen anders aussehen hat für mich einen Grund: es ist japanischer Schwertkampf. Ich habe den Film nun auch gesehen und kann ihn nur empfehlen.

    Re:Kitanos Totentanz
    Gutes Argument, SG! Aber ich halte eben die Kämpfe bei Tarantino nicht für eine Imitation, sondern für eine perfekte Weiterentwicklung des Bisherigen. Also Interpretation statt Imitation.

    Re:Kitanos Totentanz
    Zitat:
    ----------------
    Tarantinos Schwertkämpfe waren der ästhetische Gipfel, Höhe- und Endpunkt zugleich. Wer auf diese Art weitermacht, liefert nur eine Imitation.
    -----------------

    Das von einer Imitation dieser Technik (durch Tarantino) zu behaupten ist witzig. Freue mich allerdings schon auf Zatoichi.

  • Sehr gut!!
    Für Fans von Kitano und auch Samuraifilme ein unbedingtes Muss!
    Hab den Film im Juli schon in Berlin gesehen, warum dauert es so lange bis er nach Ö kommt?

    Wirklich lustige Slapstick vermischt mit einem Drama und natürlich viel Blut.
    Was soll ich noch sagen? Rein ins Kino!

    Re:Sehr gut!!
    Ich habe den Film schon letzten Herbst auf der Viennale gesehen! Österreich braucht immer ein bisserl länger! :-)